Wenn dir das hier gefiel …
Bleich wie der Mond
Key Facts
Kritik
Manchmal sind es die unscheinbaren Orte, die die spannendsten Geschichten verbergen – Capri in diesem Fall, mit seinen duftenden Pinien und der scheinbar friedlichen Kulisse, hinter der sich ein düsteres Geheimnis auftut. Luca Venturas „Bleich wie der Mond“ entführt uns mitten in diese Welt, wo Nino Castaldo, der gefeierte Mozzarella-Meister, auf tragische Weise aus dem Leben gerissen wird. Doch der Schein trügt, denn hinter der cremigen Oberfläche seines Familienbetriebs brodelt es gewaltig: Konflikte mit Tierschützern und dunkle Familiengeheimnisse prägen den Ton.
Die Ermittler Enrico Rizzi und Antonia Cirillo sind kein klassisches Duo, das man aus typischen Krimis kennt – sie wirken bodenständig, fast greifbar, was die Geschichte umso intensiver macht. Der Schreibstil von Ventura ist locker und klar, dabei niemals oberflächlich. Man merkt seine Liebe zum Detail, ohne dass sich der Text ins Endlose verliert. Besonders schön: Die Mischung aus südländischem Flair, kulinarischem Hintergrund und spannender Krimispur, die einem immer wieder überrascht. Da fühlt man sich fast selbst auf der Insel.
Was mir noch im Kopf geblieben ist? Diese fast schon greifbare Atmosphäre, die der Autor aufbaut, und die leisen Momente, in denen man fast mit Enrico und Antonia mitleidet. Natürlich gibt es auch kleinere Schwächen: Manchmal hätte ich mir ein wenig mehr Tempo gewünscht, an manchen Stellen zieht sich die Handlung durch die vielen Hintergrundinfos etwas. Aber hey, das ist meckern auf hohem Niveau.
Für alle, die Krimis mit Herz, Charakter und einem Hauch von Dolce Vita mögen, ist „Bleich wie der Mond“ ein echtes Lesevergnügen. Keine wilde Action, sondern eher ein genussvoller Spaziergang durch Geheimnisse und Emotionen in einer einzigartigen Umgebung.
4 von 5 Sternen – weil die Insel mehr als nur Sonne und Meer zu bieten hat.