Das Veilchencottage am Meer (Schottische Herzen, Band 2)
Kritik
Manchmal reicht ein kleines Dorf an der schottischen Küste, um das Herz zum Schmelzen zu bringen – und genau so fühlt sich „Das Veilchencottage am Meer“ von Jennifer Wellen an. Violet kehrt nach Crail zurück, trägt den Verlust ihres Großvaters schwer im Gepäck und findet sich mit einem kleinen, quirlig-chaotischen Tierheim sowie einem frechen Schäferhundwelpen namens Rowdy wieder, der ihr Leben gehörig aufmischt. Natürlich darf da der charmante, aber nervige Bauunternehmer Evan DeBurgh nicht fehlen, der für ordentlich Wirbel sorgt – und plötzlich mehr als nur Ärger ins Spiel bringt.
Violets Charakter ist wunderbar vielschichtig: eine starke Frau, die sich den Herausforderungen stellt, dabei aber nicht ihre Verletzlichkeit versteckt. Evan hingegen ist so ein Typ, den man erst mal nicht ganz durchschaut – zwischen Reibereien und zarten Momenten entsteht eine prickelnde Dynamik, die für einige Lacher und romantische Aufregung sorgt. Jennifer Wellens Schreibstil ist dabei ganz klar ihr Trumpf: locker-leicht, mit einem feinen Sinn für Humor und einer Portion Herzwärme, die wirklich ankommt. Man fühlt sich direkt in das schottische Dorfleben hineinversetzt, schmeckt den salzigen Wind und spürt die Hoffnung, die in jeder Seite mitschwingt.
Kritisch muss ich anmerken, dass die Geschichte an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zu vorhersehbar agiert und gewisse Klischees des romantischen Kleinstadtsettings bedient. Doch wer sich darauf einlässt, wird schnell von den sympathischen Figuren und den liebevoll gezeichneten Momenten entschädigt. Ab und zu hätte ich mir auch ein bisschen mehr Tiefe bei den Nebencharakteren gewünscht, aber das schmälert den Lesespaß kaum.
Für alle, die Romantik mit einer Prise Humor und eine Wohlfühlatmosphäre zwischen rauer See und malerischen Cottages suchen, ist Jennifer Wellens zweiter Band definitiv eine schöne Empfehlung. „Das Veilchencottage am Meer“ fühlt sich an wie eine herzliche Umarmung – perfekt, um dem Alltag zu entfliehen und sich von einer zarten Liebesgeschichte verführen zu lassen.
4 von 5 Sternen.