Magnus Knut Hansen - Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin. - Norddeutsche Fantasy, bei der nur der Humor trocken bleibt (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Manchmal braucht es einfach einen Deichgrafen mit nordischem Understatement und ein bisschen trockenem Humor, um einen grauen Tag aufzuhellen – und genau das liefert Mikkel Robrahn mit „Magnus Knut Hansen - Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin.“ auf sympathische Art und Weise. Die Geschichte beginnt ganz entspannt in Dagebüll: Magnus lebt sein gemütliches Leben, das einzig echte Abenteuer ist sein Schaf Dörte. Doch als eben dieses Schaf in eine andere Welt entführt wird, ist Ruhe vorbei. Magnus lässt seine geliebte Ruhe hinter sich und stolpert kopfüber in eine skurrile Fantasy-Welt voll Raufbolde, Ritter, einer redseligen Möwe und einer Prinzessin, die plötzlich sehr charmant wirkt – obwohl er selbst nichts von romantischen Verwicklungen hält.
Robrahns Hauptfigur ist ein echtes Original: Magnus ist kein klassischer Held, kein charismatischer Schwerenöter und auch kein Weltenretter, sondern einfach ein Mann, der seine kleinen Freuden liebt und sich mit erstaunlichem Widerwillen ins Unerwartete stürzt. Das macht ihn unglaublich glaubwürdig, dabei aber alles andere als langweilig. Der norddeutsche Humor ist so trocken, dass man fast eine Flasche Wasser danebenstellen möchte, und die Erzählweise hat diesen wunderbar unverkrampften Ton, der sofort an die Küste und ein kühles Bier denken lässt.
Was mir besonders gefallen hat, ist die ungewöhnliche Mischung aus bodenständigem Charme und fantastischen Elementen, die nicht zu pompös inszeniert wird – das Ganze wirkt eher handgemacht und echt. Die Dialoge sind pointiert, die Figuren vielseitig gezeichnet, und die ungewohnte Erzählstimme passt perfekt zur Umgebung und Handlung. Die ungekürzte Lesung tut ihr Übriges und macht das Hörerlebnis noch lebendiger.
Klar, ab und zu schleicht sich hier und da eine kleine Längen ein – das Tempo hätte man stellenweise ruhig etwas straffen können, und manche Nebencharaktere bleiben etwas blass. Aber das stört kaum, wenn man erst einmal im Bann der Geschichte ist.
Wer Lust auf eine fantasievolle Geschichte mit einem Helden, der viel mehr echtes Leben und norddeutsche Gelassenheit als Rittertum mitbringt, hat, und dabei eine gehörige Portion urtrockenen Humor zu schätzen weiß, liegt hier goldrichtig. Für alle, die sich gerne mal auf eine norddeutsche Fantasy mit Ecken und Kanten einlassen wollen, ist dieses Buch ein echter Geheimtipp.
4 von 5 Sternen – Eine wunderbar unkonventionelle Lesung, die Spaß macht, entspannt und mit erfrischendem Humor punktet. Ein Buch zum Abschalten und Mitlachen, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Klappentext
Magnus Knut Hansen führt ein entspanntes Leben als Deichgraf von Dagebüll. Aber als zwei Gestalten auftauchen und sein Schaf Dörte in eine fremde Welt entführen, zögert er keine Sekunde, eilt hinterher und findet sich schnell in einem Abenteuer wieder. Schon bald muss er sich nicht nur mit Raufbolden, Rittern und fantastischen Wesen herumschlagen, sondern auch mit einer viel zu gesprächigen Möwe und einer Prinzessin, die sich - warum auch immer - ausgerechnet in ihn verschossen hat.
Nichts liegt Magnus ferner als Abenteuer oder Romanzen. Er will seinen Leuchtturm, seine Ruhe und sein Schaf - und er wird nicht aufgeben, bis er Dörte gerettet hat.