Schicksal und Gerechtigkeit
Kritik
Manchmal zieht einen ein Buch einfach sofort rein – „Schicksal und Gerechtigkeit“ hat genau diesen Sog bei mir ausgelöst. London, 1982: William Warwick, Sohn aus gutem Hause, übernimmt seinen ersten Job bei der Polizei und stolpert regelrecht in eine Welt, die genauso aufregend wie gefährlich ist. Der Kunstfälscher-Plot sorgt nicht nur für Spannung, sondern bringt auch eine raffinierte Tiefe ins Spiel.
William ist dabei mehr als nur ein taufrischer Polizist; durch seine Liebe zur Kunst gerät er mitten in ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen. Und dann ist da Beth – mit Schlagfertigkeit und Charme bringt sie ordentlich Schwung ins Geschehen. Ihre Beziehung bringt die Story zum Leuchten, ohne kitschig zu werden. Jeffrey Archers Schreibstil ist gewohnt locker und flüssig, perfekt für alle, die gerne mal so richtig in eine Geschichte eintauchen wollen, ohne sich erst durch schwer verdauliche Passagen kämpfen zu müssen.
Was ich besonders mochte: Wie geschickt Archer Spannung und Emotionen verbindet, ohne dass es zu überladen wirkt. Ein kleiner Knackpunkt ist vielleicht, dass manche Wendungen etwas vorhersehbar bleiben, was dem Lesespaß aber kaum Abbruch tut. Außerdem hätte ich mir bei ein, zwei Figuren noch mehr Tiefe gewünscht – gerade bei Beths Geheimnis hätte ich noch etwas mehr Einblick gut gefunden.
Alles in allem ist „Schicksal und Gerechtigkeit“ eine sehr unterhaltsame Mischung aus Thriller, Liebesgeschichte und einer Prise Gesellschaftskritik – ideal für Leser:innen, die Lust auf eine spannende, emotional durchdachte Story haben, die leicht zugänglich bleibt. Für mich ein klarer Treffer.
4 von 5 Sternen. Wer London, Kunst und ein bisschen Nervenkitzel mag, sollte hier zugreifen.
Klappentext
London 1982: William Warwick, Sohn eines einflussreichen Anwalts, tritt seinen Dienst bei der Polizei an. Zum ersten Mal entdeckt er die Welt der Londoner Straßen und die bitteren Seiten des Lebens. Aufgrund seiner Kenntnisse wird Kunstliebhaber William zum Dezernat für Kunstfälschung versetzt und gerät in den Bannkreis eines der größten Gemäldefälscher seiner Zeit. Im Zuge der Recherchen lernt William die hübsche und schlagfertige Beth kennen. Zwischen beiden entbrennt eine leidenschaftliche Romanze und William fühlt, dass Beth die Frau seines Lebens ist. Doch ein Geheimnis umgibt sie und wirft Schatten auf die junge Liebe ...