Wenn dir das hier gefiel …
Die zweitgrößte Liebe
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur ein Buch, das einen mitten ins Herz trifft – „Die zweitgrößte Liebe“ von Ruth-Maria Thomas ist genau so ein Roman. Michelle, Anfang dreißig, macht sich auf den Weg, ihr altes Leben hinter sich zu lassen, und plötzlich sitzt man mit ihr auf der Vespa, spürt die Freiheit und gleichzeitig die Unsicherheit, die mit jedem Neuanfang einhergeht. Der Wandel vom Osten in den wohlhabenden Westen, das Aufeinandertreffen zweier Welten und Charaktere – Michelle und Henry – ist nicht nur eine Geschichte über Liebe, sondern auch über das, was die Gesellschaft uns manchmal vorschreibt.
Die Figuren sind keine Idealbilder, sondern wirken echt, mit Fehlern, Sehnsüchten und Zweifeln, die man so gut nachvollziehen kann. Besonders Michelle hat mich beeindruckt: eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, auch wenn das Leben ihr Steine in den Weg legt. Henry dagegen steht für den vermeintlich unbeschwerten Luxus, doch hinter der Fassade zeigt sich, dass Geld nicht alle Probleme löst. Ruth-Maria Thomas‘ Erzählstil ist frisch und unkompliziert, dabei aber niemals oberflächlich – es gibt Passagen, die einen tief durchatmen lassen und andere, die man kaum weglegen möchte.
Was ich mir manchmal gewünscht hätte, wäre ein etwas strafferes Tempo. An einigen Stellen hat sich die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr in Details verloren, die das Lesefluss ein bisschen stocken ließen. Trotzdem trübt das den Gesamteindruck kaum, denn die emotionale Tiefe und die Botschaft des Buches wiegen das locker auf.
Wer Lust auf eine Geschichte hat, die sich um Liebe, Freiheit und die Frage dreht, was wirklich wichtig ist im Leben – und das alles mit einem Hauch von Alltag und echtem Leben – der ist hier genau richtig. Kein schnulziger Liebesroman, sondern ein Buch, das im Kopf bleibt und das Herz berührt.
4 von 5 Sternen – ein Wohlfühlroman zum Nachdenken, den ich gerne weiterempfehle.
Klappentext
Reicht die Liebe im Zweifel? Ein Roman über die Liebe, die Freiheit, die Abhängigkeit:
Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie steigt auf ihre Vespa, lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Ein sorgenfreies Leben scheint Michelle erstmals möglich – nur zu welchem Preis?
Ruth-Maria Thomas erzählt von der bösen Zufälligkeit, die darüber entscheidet, in welches Leben man hineingeboren wird – und von der Liebe dazwischen. Ein Buch, in das man tief hineinfällt und aus dem man verändert wieder auftaucht.