Der Pakt der Verräter: Die Falkenbach-Saga, Band 13
Kritik
Kaum legt man „Der Pakt der Verräter“ aus der Falkenbach-Saga zur Seite, klopft das Herz noch immer wild – so packend und intensiv zieht Ellin Carsta ihre Leser:innen mitten hinein in das dunkle Jahr 1943. Was passiert, wenn Familien wie die von Falkenbach und Lehmann trotz Angst und Verlusten gemeinsam gegen ein gnadenloses Regime kämpfen? Dieser Roman ist ein emotionaler Balanceakt zwischen verzweifelter Hoffnung und unerschütterlicher Entschlossenheit.
Ellin Carsta schafft es wieder einmal, historische Dramatik mit tiefen Charakterzeichnungen zu verbinden. Paul-Friedrich von Falkenbach und Wilhelm tragen ihre inneren Konflikte so authentisch aus, dass man fast das Flüstern ihrer Zwiesprache hört. Und Ferdinand Lehmann – dieser kühle Kopf im Arbeitslager, der trotzdem niemals aufgibt, hat bei mir Respekt geweckt. Die bedrohliche Nähe zum SS-Mann Alfred Breuer gibt der Handlung zusätzlichen Nervenkitzel. Der Schreibstil ist flüssig, klar und emotional, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen – genau die richtige Balance für ein Buch, das historisch informiert und dennoch mitreißt.
Kleiner Wermutstropfen: Für Neulinge der Reihe könnte die Fülle an Charakteren und Vorgeschichten etwas überwältigend sein. Hier wäre ein kurzer Rückblick oder ein Charakterführer hilfreich gewesen. Und gegen Ende fühlt sich die Spannung manchmal fast zu sehr „im Gehirn“ an, als würde Carsta ein bisschen zu sehr erklären wollen, was die Figuren bewegt, statt es uns einfach zu zeigen.
Trotz allem: Wer auf historische Familiengeschichten steht, die mit viel Gefühl und Spannung punkten, wird hier bestens bedient. „Der Pakt der Verräter“ ist keine leichte Kost, aber genau deshalb lohnt sich die Lektüre umso mehr.
Klare Empfehlung für alle, die Dramatik, gut durchdachte Figuren und einen Hauch Nervenkitzel schätzen. 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Bernried am Starnberger See, 1943: Der Krieg wird immer grausamer und fordert ein erstes Opfer in den Reihen der Familien von Falkenbach und Lehmann. Die Verzweiflung, aber auch die Entschlossenheit, zu handeln, ist so groß wie noch nie.
Gemeinsam mit Paul-Friedrich von Falkenbach brütet Wilhelm darüber, wie sie gegen das Nazi-Regime vorgehen können und sind dabei nicht immer einer Meinung. Auch Ferdinand Lehmann vollführt weiterhin einen gefährlichen Balanceakt im Arbeitslager und legt sich mit dem Wachpersonal an.
Die Familie plant eine riskante Aktion, um Kontakt zum britischen Geheimdienst aufzunehmen. Doch der SS-Mann Alfred Breuer ist ihnen dicht auf den Fersen. Können sie ihre Pläne verwirklichen, ohne alles zu verlieren? Und welche Opfer sind sie bereit zu bringen für eine ungewisse Zukunft?