Ronja Räubertochter
Kritik
Kaum schlägt man „Ronja Räubertochter“ auf, taucht man ein in eine Welt voller Geheimnisse, Zauber und urwüchsiger Natur. Astrid Lindgren schafft es wieder einmal spielerisch, Kindheitsträume und Abenteuerlust zu wecken – und zwar ohne viel Tamtam, sondern genau richtig dosiert. Die Geschichte erzählt von Ronja, der wilden Tochter des Räuberhauptmanns Mattis, die mitten im dichten Wald aufwächst, umgeben von Mythen und Gefahren wie Graugnomen und Wilddruden. Als sie Birk kennenlernt, den Sohn der verfeindeten Räuberbande, sprühen plötzlich Funken der Freundschaft, die alle Vorurteile in Frage stellen.
Ronja und Birk sind einfach großartige Figuren: frech, mutig, authentisch – Kinder, die ihren eigenen Kopf haben. Fantasie und Realität verschmelzen hier auf wunderbare Weise, Lindgrens Sprache bleibt dabei stets locker, leicht und voller Wärme. Man fühlt sich beim Lesen, als würde man gleich selbst mit ihnen durch den Wald streifen. Was mir besonders gefallen hat, ist die unaufdringliche Botschaft gegen Vorurteile und für Toleranz, die sich durchs ganze Buch zieht – ohne belehrend zu wirken.
Kleinere Kritik: Manchmal zieht die Handlung stellenweise etwas gemächlich dahin, was gerade Ungeduldige vielleicht nervt. Aber gerade das gemütliche Tempo passt auch zum schon fast märchenhaften Flair perfekt.
Wer also Lust auf ein charmantes, fantasievolles Abenteuer hat, das tief menschlich bleibt und dabei Kinder- wie Erwachsene gleichermaßen anspricht, ist hier goldrichtig. Ein zeitloser Klassiker, der in keinem Bücherregal fehlen sollte.
4 von 5 Sternen – ein echtes Herzensbuch, das trotz kleiner Längen wunderbar unterhält und zum Nachdenken anregt.