Die Spurenfinder und das Drachenzepter
Kritik
Man spürt förmlich die Abenteuerlust, sobald man „Die Spurenfinder und das Drachenzepter“ aufschlägt – und ehrlich, dieses Buch hat genau das, was man von einer spannenden Familiengeschichte erwartet: Witz, Herz und eine Prise Fantasy, die wunderbar inszeniert ist. Elos von Bergen und seine Kinder Ada und Naru sind einfach sympathisch, lebendig und so herrlich normal in ihrem Chaos, dass man sofort mitfiebert. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als das Drachenzepter verschwindet – eine mysteriöse Sache, die das sonst so ruhige Friedhofen ordentlich aufmischt. Politische Intrigen? Die Stimmung in der Hauptstadt brodelt, und man ist mittendrin, statt nur dabei.
Was mir besonders gut gefällt: Der lockere, fast schon verspielte Schreibstil von Marc-Uwe Kling zusammen mit seinen Töchtern bringt eine schöne Frische in die Fantasywelt. Die Dialoge zwischen den Zwillingen sind herrlich authentisch – mal ärgerlich, mal witzig – genau so, wie Geschwister nun mal sind. Dazu kommt die liebevolle Ausgestaltung der Figuren, die keine klischeehaften Helden sind, sondern ganz menschlich mit ihren Macken agieren. Okay, manchmal zieht sich die Handlung ein kleines Stück zu sehr in Details, da hätte ich mir an manchen Stellen gern etwas mehr Tempo gewünscht. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Wer also Lust auf eine charmante Mischung aus Familienabenteuer, leichtem Krimi und Fantasy hat, mit Charakteren zum Anfassen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. „Die Spurenfinder und das Drachenzepter“ macht Laune, ohne sich zu ernst zu nehmen, und steckt voller Überraschungen und Humor. Für Fans von guter Unterhaltung mit Tiefgang ist das hier definitiv ein Volltreffer.
4 von 5 Sternen – weil Elos und seine Kids einfach echt sind und die Geschichte richtig Spaß macht, auch wenn der ein oder andere Spannungsbogen manchmal noch schärfer hätte sein dürfen.