Dampfnudelblues: Franz Eberhofer 2
Kritik
Manchmal ist es genau das richtige Rezept: Eine ordentliche Portion bayerischer Charme, eine Prise trocken-humoriger Ermittlerwiderwille und ein Kriminalfall, der sich nicht so leicht knacken lässt. „Dampfnudelblues: Franz Eberhofer 2“ serviert genau das – und zwar mit so viel Herzlichkeit, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, gleich am Frühstückstisch bei Oma zu sitzen.
Diesmal stolpert Kommissar Franz Eberhofer in Niederkaltenkirchen über einen ziemlich verzwickten Fall: Der örtliche Schulleiter liegt tot auf den Bahngleisen, offiziell Suizid. Aber so leicht lässt sich unser grantiger Held nicht abspeisen und schon bald hat er eine Liste von 38 potenziellen Verdächtigen, die kein Stück transparenter ist als seine Laune vor dem ersten Kaffee. Die Mischung aus bodenständiger, bayrischer Lebensart und krimineller Raffinesse macht den Charme der Story aus.
Franz selbst ist wie eine gute alte Freundschaft: Manchmal grantig, oft melancholisch, aber immer ehrlich und tiefgründig. Rita Falk schafft es mit ihrem lockeren Erzählstil, der sowohl trocken als auch lebendig ist, immer wieder kleine Szenen einzubauen, die so typisch und liebevoll-bayerisch sind, dass man sich sofort mittendrin fühlt. Der Humor ist dabei niemals platt, sondern trifft genau den richtigen Ton zwischen Alltagskomik und feiner Ironie.
Ein kleines Manko: Manchmal zieht sich die Handlung ein bisschen, weil die vielen Nebenfiguren und Ermittlungsfäden dem Plot stellenweise etwas die Schnelligkeit rauben. Aber gerade das macht auch den Reiz aus, wenn man Lust auf mehr als nur einen schnellen Thriller hat – hier geht’s um Menschen, deren Leben in all seinen Ecken und Kanten erzählt wird.
Kurz und knapp: Wer auf Krimis mit Herz, Humor und einer gehörigen Portion Heimatflair steht, liegt bei diesem Buch goldrichtig. „Dampfnudelblues“ ist ein echter Wohlfühlfall, der beim Lesen ganz ohne großen Schnickschnack Spaß macht.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen – weil es erfrischend anders ist, ohne perfekt sein zu müssen, und genau deshalb zum Wiederkommen einlädt.
Klappentext
Nach "Winterkartoffelknödel" die Fortsetzung der Regionalkrimi-Reihe um Franz Eberhofer - launig und facettenreich gelesen von Star-Sprecher Christian Tramitz.