Der Bär - Eifel-Krimi (Ungekürzt)
Kritik
Kaum schlägt man „Der Bär – Eifel-Krimi“ auf, ist man mittendrin in einer ungewöhnlichen Ermittlergeschichte, die auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Krimi mit Lokalkolorit wirkt, aber schnell mit einer kleinen, äußerst spannenden Zeitschleife überrascht. Ein ermordeter Mann aus dem Jahr 1888, dessen Fall eigentlich längst verjährt und vergessen sein sollte, bringt ein unerschrockenes Team zusammen: Emma, Rodenstock und Baumeister, die sich nicht nur mit Witz, sondern auch mit viel Herzblut dieser alten, mysteriösen Geschichte annehmen.
Was sofort auffällt: Berndorf erzählt mit einer Leichtigkeit, die einen kaum Luft holen lässt. Der Schreibstil ist locker, fast so, als würde man mit Freunden bei einem Bier am Stammtisch über eine knifflige Mordgeschichte diskutieren. Dabei verliert er niemals die Tiefe und den nötigen Ernst – eine Kunst für sich. Besonders Emma mit ihrem scharfen Verstand und Rodenstocks trockenem Humor sorgen für richtig gute Unterhaltung. Man fiebert mit, lacht mit, und manchmal bleibt einem sogar das Herz stehen.
Die Eifel als Hintergrund ist nicht nur hübsche Kulisse, sondern lebendiger Teil der Story. Berndorf kennt seine Heimat, das spürt man auf jeder Seite – da ist das Krimi-Ratlosigkeit gepaart mit echter Regional-Verbundenheit. Zugegeben, manchmal zieht sich das Ganze an manchen Stellen etwas, gerade wenn sich die Historie im Detail verliert. Aber hey, das lässt sich angesichts der komplexen Story und der sympathischen Figuren leicht verschmerzen.
Wer also Lust auf einen Krimi hat, der nicht nur mit Spannung punktet, sondern auch mit Charme, etwas Historie und einem aufgeweckten Ermittler-Trio, der ist hier genau richtig. „Der Bär“ ist kein 08/15-Krimi, sondern ein Stück Eifel-Feeling, das man am liebsten nicht aus der Hand legen will.
4 von 5 Sternen – weil’s spannend, witzig und ehrlich ist, mit nur kleinen Längen, die der Geschichte aber kaum wehtun. Ideal für alle, die gerne mitdenkenden Krimi-Spaß suchen!