Das Vermächtnis der Winzerin - Vino, Mord und Bella Italia!, Folge 2 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hat man die erste Seite aufgeschlagen, fühlt man sich schon mittendrin im warmen Toskanalicht – genau das Richtige, wenn der Alltag mal wieder grau wirkt. In „Das Vermächtnis der Winzerin - Vino, Mord und Bella Italia!, Folge 2“ begleitet man Anna, die nicht nur ihre neue Heimat immer besser kennenlernt, sondern auch als Reporterin für den örtlichen „Gazzettino Fontenaia“ ihren Spürsinn unter Beweis stellt. Als beim Dorffest eine Winzerin tot aufgefunden wird, lebt sich der Krimi quasi von selbst: Anna wird unfreiwillig in die Ermittlungen des etwas grantigen Commissario Martinelli hineingezogen und darf als Dolmetscherin helfen – denn der verdächtige Patient spricht kein Italienisch. Was folgt, ist eine amüsante Mischung aus lockerer Lokalcolorit, einer charmanten Heldin, die sich nicht so leicht abschütteln lässt, und einem Krimi, der mit geschickten Wendungen punktet.
Anna ist herrlich bodenständig, sympathisch und überzeugt durch ihre Mischung aus Neugier und Gerechtigkeitssinn – da vergisst man fast, dass sie eigentlich keine ausgebildete Ermittlerin ist. Martinelli dagegen grummelt sich mit italienischer Souveränität durch den Fall, was zusammen mit Annas jugendlicher Energie wunderbar funktioniert. Der Schreibstil von Homma und Frank ist entspannt, leicht zugänglich und schafft es ganz nebenbei, das Flair der Toskana genauso lebendig zu transportieren wie die kleinen Intrigen und Geheimnisse des Dorflebens.
Natürlich ist das Rad nicht neu erfunden – gerade im Bereich der Tatortbeschreibung hätte man noch mehr an Spannung rausholen können. Manches Mal hakt die Dynamik etwas, weil sich die Handlung zu sehr auf die Kulisse und das Lokalkolorit stützt. Dennoch macht gerade die Verbindung von Urlaubstraum und Krimispannung den Charme dieses Hörbuchs aus. Für alle, die in der Ferne das gewisse Etwas suchen und mit einem Mittsommer-Krimi zum Wohlfühlen nichts falsch machen wollen, liefert Folge 2 genau das richtige Rezept.
Kurzum: Wer italienische Lebensfreude und einen gemütlichen Krimi mag, darf hier gern zugreifen. Die Mischung aus Lokaljournalismus, Mord und italienischer Gelassenheit klappt prima und sorgt für einen kurzweiligen Hörgenuss. Von mir gibt’s solide 4 von 5 Sternen – da darf man sich auf die nächste Folge freuen.