Du kriegst mich nicht
Kritik
Da sitzt man also, beginnt zu lesen und zack – schon ist man mittendrin in einer düsteren Welt, wo Liebe und Hass untrennbar miteinander verknüpft sind. „Du kriegst mich nicht“ von Chris Carter hat mich sofort gepackt, weil es um viel mehr geht als nur einen Thriller: Es geht um Überleben, um Schmerz und ganz viel Kampfgeist.
Nelson Stewart steht angeklagt, und das Urteil ist hart – trotzdem fängt gerade hier die echte Geschichte erst an. Samantha aka Mary Smith versucht, ihrer Vergangenheit zu entkommen, alle Spuren zu verwischen und ein neues Leben zu beginnen. Klingt einfach, oder? Weit gefehlt! Chris Carter schmeißt uns in ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel, das so spannend wie beängstigend ist. Was mich besonders fasziniert hat: Samantha ist nicht das typische, hilflose Opfer, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten, die sich nicht kampflos geschlagen gibt.
Der Schreibstil ist flink und schnörkellos, genau richtig, um das Tempo der Handlung aufrechtzuerhalten. Kein unnötiger Ballast, keine langwierigen Erklärungen – statt dessen pulsierende Spannung und immer wieder Wendungen, die man so nicht kommen sieht. Die Dialoge sitzen, und auch die düstere Atmosphäre baut Carter geschickt auf, ohne zu überladen.
Ein kleiner Kritikpunkt? Manchmal ist das Katz-und-Maus-Game fast schon ein bisschen zu vorhersehbar – in manchen Momenten hätte ich mir etwas mehr Frische oder Originalität gewünscht. Aber hey, das schmälert den Lesespaß nicht wirklich.
Kurz gesagt: Wer Lust auf einen Psychothriller hat, der richtig unter die Haut geht, mit einer starken Protagonistin und einem Plot, der einen nicht loslässt, ist hier goldrichtig. Für alle, die seichte Unterhaltung suchen, ist das eher nichts – hier wird’s ernst, intensiv und emotional.
4 von 5 Sternen – packend, beklemmend, aber jederzeit lesenswert.