Das letzte Sanctus - MacTavish & Scott - Die Lady Detectives von Edinburgh, Folge 19 (Ungekürzt)
Kritik
Wer dachte, ein Chorwochenende sei nur Harmonie und Kaffeeklatsch, wird hier eines Besseren belehrt. Gitta Edelmann katapultiert uns mitten hinein in die malerische Welt des Tweed Valley – und gleich darauf ins kalte Wasser eines ungelösten Todesfalls. „Das letzte Sanctus“ lässt die Stimmen nicht nur singen, sondern auch rätseln und Herzklopfen spüren.
Im Zentrum steht Ùna, die sich mutig neuen sozialen Gefilden öffnet und prompt Opfer eines mörderischen Plans wird. Dabei geht es nicht nur um Töne, sondern um Geheimnisse, die unter der Oberfläche brodeln. Mit Finola MacTavish und Anne Scott gewinnen wir zwei schlagfertige Lady Detectives, die mit einer gehörigen Portion Charme und Köpfchen für Gerechtigkeit sorgen. Das Trio ergänzt sich wunderbar, und das Computergenie Lachie bringt das perfekte Tech-Upgrade zur Rundum-Ermittlung mit. Besonders sympathisch sind die kleinen menschlichen Momente – wenn Finola ihre Kräutermedizin bereithält oder die süßen Versuchungen aus der Küche die Stimmung auflockern. Das macht die Figuren lebendig und nahbar.
Gittas Erzählstil ist dabei so lebendig wie ein flottes Chorstück: flott, klar, aber mit genug Herz und Witz, um den Leser durch die Wendungen zu tragen. Die Spannung baut sich angenehm auf, ohne überzogen zu wirken, und der Humor schleicht sich an genau den richtigen Stellen ein. Man fühlt sich wie bei einer gemütlichen Krimiserie auf dem Sofa – nur halt mit einem Tick mehr Akzent und britischem Flair.
Einziger Wermutstropfen: Die Schnelligkeit der Handlung sorgt gelegentlich dafür, dass man sich ein bisschen mehr Tiefe bei den Verdächtigen gewünscht hätte. Aber da das Augenmerk auf dem Trio und dem Fall liegt, stört das wenig und lässt sich locker verschmerzen.
Kurzum: Wer Lust auf einen cleveren, herzerwärmenden Krimi mit einer Prise Schottland, starken Frauen und einer ungewöhnlichen Kulisse hat, wird hier bestens bedient. „Das letzte Sanctus“ ist ein hörenswerter Fall mit bester Gesellschaft – perfekt für alle, die sich vom klassischen Mordfall etwas mehr Pep wünschen.
4 von 5 Sternen – Charmant, spannend und einfach sympathisch, da darf man gern mal mitsingen!