Der Tod braucht nie ein Alibi - Sofia und die Hirschgrund-Morde, Teil 29 (Ein Bayernkrimi)
Kritik
Schon beim ersten Kapitel hat mich die Atmosphäre am idyllischen Hirschgrund-See sofort gepackt – als würde man selbst mit der Sonne um die Wette strahlen, bis ein Schatten in Form dieses Mega-Welses den sonst so entspannten Campingtrip trübt. Susanne Hanika schafft es erneut, bayerische Gelassenheit mit einer ordentlichen Portion Spannung zu mixen, die genau im richtigen Moment zupackt.
Im Zentrum steht Sofia, deren neugieriger Spürsinn und herzliche Art einmal mehr das Herzstück der Geschichte bilden. Zusammen mit ihrem Team – den liebevoll skizzierten „Hirschgrundis“ – nimmt sie die Spur eines mysteriösen Verschwindens auf, das langsam zu einem dickeren Netz aus Lügen wächst. Jonas‘ Familie bringt zusätzlichen Schwung rein, und Evelyns Flirt mit dem doch etwas undurchsichtigen Nils sorgt für prickelnde Zwischentöne. Was mir besonders gefällt? Der knappe, flüssige Schreibstil, der nie zu viel Bulgermatsch produziert, sondern genau das erzählt, was man braucht – atmosphärisch, charmant und mit einem Schuss Humor, der die ernsten Momente auflockert.
Klar, wer ultratiefgründige Psychokrimis erwartet, könnte hier an der Oberfläche bleiben, denn Hanika setzt mehr auf gemütliches Miträtseln vor der bayerischen Kulisse als auf rabiate Thriller-Action. Manchmal zieht sich die Geschichte an ein paar Stellen ein bisschen, besonders wenn sich die Nebencharaktere zu sehr in den Vordergrund drängen. Aber hey, das macht den Charme der Reihe auch aus: Keine Hektik, dafür viel Herz und Lokalkolorit.
Fazit: „Der Tod braucht nie ein Alibi“ ist ein perfekt gewürzter Bayern-Krimi für alle, die Lust auf eine sympathische Hobbydetektivin, eine Prise Humor und eine malerische Landschaft haben. Einfach ideal für gemütliche Lesestunden, bei denen man tief durchatmen und miträtseln kann, ohne dabei in Hochspannung zu verfallen.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – entspannt spannend, locker-flockig und bayerisch charmant.