Der Kommissar und die Toten von der Loire - Kommissar Philippe Lagarde - Ein Kriminalroman aus der Normandie, Band 10 (Ungekürzt)
Kritik
Wer Lust auf ein französisches Krimivergnügen mit einer Prise Historie und einer gehörigen Portion Lokalkolorit hat, sollte hier unbedingt reinschnuppern. In „Der Kommissar und die Toten von der Loire“ stolpert Kommissar Philippe Lagarde gleich in zwei rätselhafte Mordfälle, deren Kulisse so malerisch wie trügerisch ist: Ein Ritterturnier auf einem Schloss an der Loire, ein scheinbar tragischer Unfall entpuppt sich schnell als brutaler Mord, und auch der nächste Fund bringt Lagarde an seine professionellen und persönlichen Grenzen.
Maria Dries erzählt ihre Geschichte mit einem leichten, fast schon flüssigen Erzählstil, der trotzdem nie oberflächlich wirkt. Philippe Lagarde, unser liebenswerter Ermittler, ist keine stumpfe Krimimaschine, sondern ein charmanter Typ mit Ecken und Kanten, der sich durchaus mal mit seinen eigenen Zweifeln rumschlägt. Die Mischung aus Spannung, kleinen privaten Einblicken und dem französischen Flair macht das Buch zu einer äußerst vergnüglichen Lektüre.
Natürlich ist der klassische Whodunit-Plot kein neuer Einfall, und an manchen Stellen zieht sich die Handlung ein bisschen, aber gerade das trägt auch zum gemütlichen Flair bei – quasi Krimigenuss à la carte. Wer knallharte Thriller erwartet, wird hier womöglich nicht vom Hocker gerissen, aber wer auf stimmungsvolle, solide erzählte Geschichten in einer tollen Atmosphäre steht, findet hier genau das Richtige.
Kurzum: Für Fans von französischen Landkrimis mit durchdachter Handlung, sympathischen Figuren und einer Prise authentischem Lokalkolorit ist das Buch definitiv eine Empfehlung wert. Ich gebe 4 von 5 Sternen – weil es mich gut unterhalten hat, ohne jemals langweilig zu werden oder übertrieben kompliziert zu sein. Ein schöner Krimiabend mit einer Portion Charme und französischer Eleganz.