Der Schutz der Freundschaft: Die Falkenbach-Saga - Band 11
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Der Schutz der Freundschaft“ aufgeschlagen, fühlt man sich mitten in die beklemmende Atmosphäre des Jahres 1942 versetzt – allein das ist schon beeindruckend. Ellin Carsta führt uns zurück nach Bernried am Starnberger See, wo Paul-Friedrich von Falkenbach und Wilhelm Lehmann nicht nur den Mut aufbringen, sich im Widerstand gegen das NS-Regime zu engagieren, sondern auch über Fluchtpläne und ein verborgenes Vermögen nachdenken, das Hoffnung in dunklen Zeiten verspricht. Parallel dazu erleben wir, wie Wilhelmine von Falkenbach sich voller Herzblut um die Pferdezucht kümmert – und mit den Schattenseiten der Geschichte, etwa einem neuen, scheinbar freundlichen NS-Inspektor, konfrontiert wird.
Die Charaktere sind gut gezeichnet, lebendig und mit Ecken und Kanten, wodurch man wirklich mitfiebert. Wilhelmine sticht besonders heraus mit ihrer Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit, die mich immer wieder an die menschlichen Dramen hinter den historischen Fakten erinnert hat. Carstas Schreibstil ist angenehm flüssig, ohne zu sehr zu verkünsteln – genau richtig, um die Spannung und Emotionalität der Geschichte zu transportieren. Man spürt sofort die Balance zwischen persönlichem Drama und den größeren politischen Zusammenhängen.
Klar, manches wirkt an manchen Stellen etwas vertraut aus historischen Romanen, und der Spannungsbogen könnte hier und da ein bisschen wilder ausschlagen, aber hey – das schmälert meinen Lesegenuss kaum. Stattdessen bleibt die Geschichte stets nah am Puls der Zeit und der Figuren, was gerade bei einem so ernsten Thema wie dem Widerstand im Dritten Reich wertvoll ist.
Wenn du also Lust auf eine Geschichte hast, die mit Herz, Spannung und historischer Tiefe punktet, bei der Freundschaft, Mut und Zweifel Hand in Hand gehen, dann ist „Der Schutz der Freundschaft“ definitiv ein Buch für dich. Es nimmt dich mit auf eine Reise durch schwierige Entscheidungen und zeigt, wie zerbrechlich und doch stark menschliche Bindungen sein können.
Top-Unterhaltung mit Tiefgang – dafür gibt’s von mir solide 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Bernried am Starnberger See, 1942: Paul-Friedrich von Falkenbach und Wilhelm Lehmann engagieren sich in der Widerstandsgruppe des Kreisauer Kreises. Aber das Risiko ist groß. Was können sie damit wirklich bewirken?
Zum ersten Mal kommt ihnen der Gedanke, gemeinsam mit ihren Familien Deutschland zu verlassen. Immerhin haben sie noch immer die Goldbarren in einer geheimen Höhle in der Nähe von Innsbruck versteckt, ein beträchtliches potenzielles Startkapital.
Doch erst mal fokussieren sich Wilhelmine von Falkenbach und ihr Vater wieder auf die Pferdezucht. Dabei wollen sie sicherstellen, dass die Tiere nicht für den Krieg beschlagnahmt werden. Die Nazis schicken einen neuen Inspektor, um die Zwangsarbeiter auf Gut Falkenbach zu überwachen. Er gibt sich überaus menschlich und kommt besonders Wilhelmine schnell näher, aber ist er wirklich vertrauenswürdig?