Puppenherz
Kritik
Kaum hatte ich „Puppenherz“ aufgeschlagen, war ich mittendrin in einem Krimi, der nicht nur unter die Haut geht, sondern auch noch ordentlich das Kopfkino anwirft. Max Bentow bringt uns direkt zum dritten Fall von Carlotta Weiss und Nils Trojan – und was für einen! Eine grausam inszenierte Mordserie mit makabren Puppen aus menschlichen Knochen – da wird’s nicht nur spannend, sondern auch richtig gruselig.
Im Kern geht’s um die verzweifelte Suche nach Antworten, die scheinbar 10 Jahre alte Cold Case mit den aktuellen Morden verbindet. Die Atmosphäre ist düster, das Verbrechen kalt und clever konstruiert. Bei den Hauptfiguren Carlotta und Nils merkt man sofort, dass hier nicht nur ein Job erledigt wird, sondern echte Emotionen und ein schwerer Druck mitschwingen. Die Charaktere sind authentisch, mit Ecken und Kanten – und gerade Trojans innerer Konflikt bringt eine packende Tiefe ins Geschehen.
Bentows Schreibstil ist schnörkellos, konzentriert sich aufs Wesentliche und lässt trotzdem Raum für kleine, spannende Zwischentöne. Der Erzählfluss bleibt zügig, ohne je hetzend zu wirken. Für alle, die auf gut durchdachte Psychothriller mit einem gewissen Gruselfaktor stehen, ist das hier definitiv ein Volltreffer.
Kritisch betrachtet fand ich, dass einige rätselhafte Wendungen für meinen Geschmack etwas früh zu durchschaubar waren. Trotzdem bleibt das Tempo hoch genug, dass die Spannung nie nachlässt – und wer’s gerne etwas vorhersehbar hat, hat hier sowieso seine Freude.
Fazit: Wer sich nicht scheut vor dunklen Themen und gerne mit cleveren Ermittlern auf Spurensuche geht, wird „Puppenherz“ lieben. Bentow liefert einen soliden Thriller mit ordentlich Nervenkitzel und sympathischen Protagonisten – mein Tipp für verregnete Abende auf dem Sofa!
★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Klappentext
"Wie oft halte ich das noch aus?" Diese Frage geht Nils Trojan durch den Kopf, als er mit seiner Kollegin Carlotta Weiss an einem Tatort eintrifft. Eine Frau wurde brutal ermordet, und als wollte der Täter sein Opfer auch noch verhöhnen, hat er eine makabre Signatur hinterlassen – eine kleine Puppe, gefertigt aus einem menschlichen Knochen. Wie die forensische Analyse ans Licht bringt, stammt der Knochen von einem Mordopfer, das zehn Jahre zuvor ums Leben gekommen war, der Fall wurde nie aufgeklärt. Aber wo ist die Verbindung zu diesem cold case? Als sich weitere Morde nach diesem verstörenden Muster ereignen, wächst der Druck auf Carlotta Weiss und Nils Trojan unermesslich. Und dann kommen sie auf eine mysteriöse Spur – kann es sein, dass der Täter aus den Trophäen seiner Opfer eine makabre Puppe fertigt? In einem Turmzimmer einer alten Villa enthüllt sich eine Wahrheit, die alles übersteigt, was sich Carlotta und Nils jemals hätten vorstellen können ...
Ungekürzte Lesung mit Herbert Schäfer
8h 48min