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Erschienen:
2026-07-28
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Das Ende ist nur ein Anfang

Kritik

Man taucht in diese Sammlung ein und fühlt sofort: Hier geht’s um echte Menschen, keine glattgebügelten Helden, sondern Figuren, die mit sich und der Welt ringen – und das macht „Das Ende ist nur ein Anfang“ von T.C. Boyle so spannend. Zwölf Geschichten, die mal bissig, mal melancholisch, oft scharfzüngig einen Blick auf die schrägen, verstörenden und manchmal geradezu absurden Seiten der amerikanischen Gesellschaft werfen.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem eine junge Frau mit einer ganz eigentümlichen Vorstellung von Heimat, ein Drehbuchautor, der in seinen eigenen Fantasien gefangen ist, und eine alleinerziehende Mutter, die ein bedrohtes Schmetterlingsreservat verteidigt – direkt an der mexikanischen Grenze. Diese Figuren sind so lebendig gezeichnet, dass man sie fast riechen und fühlen kann. Dabei schimmert Boyles Sprache aus jeder Zeile: intelligent, präzise und mit einem feinen Gespür für die kleinen Absurditäten des Lebens. Manchmal macht er die Welt gerade dadurch noch verrückter, wenn er sie ganz nüchtern beschreibt.

Was mich besonders fasziniert hat, war Boyles Fähigkeit, das Große (politische Themen, gesellschaftliche Abgründe, Zukunftsvisionen) mit dem ganz Persönlichen zu verknüpfen, ohne dass es sich überfrachtet anfühlt. Die Geschichten bauen sich oft langsam auf, um dann mit einer überraschenden Wendung zu punkten. Keine leichte Kost, aber definitiv spannend und nachdenklich machend – genau das, was ich von einem guten Autor erwarte.

Kritik? Ja, manches wirkt an manchen Stellen etwas überfrachtet, mit zu vielen Details, die den Lesefluss kurz stocken lassen. Und ganz ehrlich, 2036 klingt nicht gerade wie eine besonders optimistische Zukunftsversion. Auch wenn man sich wünscht, dass dieser dystopische Blick einfach nicht Realität wird, macht das Buch genau deshalb so nachdenklich.

Fazit: Wer kurzweilige, scharfsinnige und gesellschaftskritische Geschichten liebt, die keine Angst vor unangenehmen Wahrheiten haben, ist bei T.C. Boyle genau richtig. Kein seichtes Vergnügen, sondern eine kleine Achterbahnfahrt durch die Abgründe und Hoffnungsschimmer Amerikas. Für Fans von klugem, pointiertem Erzählstil und tiefgründigen Charakteren ein echter Volltreffer.

4 von 5 Sternen.

Klappentext

Neue Storys von T. C. Boyle: ein scharfsinniger Blick auf die Abgründe der amerikanischen Gesellschaft

Eine arglose junge Frau hat ihr ganz eigenes Verständnis von zu Hause. Ein Drehbuchautor erliegt der trügerischen Macht seiner Fiktion. Und eine alleinerziehende Mutter verteidigt ein texanisches Schmetterlings-Schutzgebiet, direkt neben der geplanten Grenzmauer zu Mexiko. Dazu eine Waffe aus dem 3D-Drucker, Schnee im Juli, ein schicksalhafter Wespenstich und das dystopische Jahr 2036, in dem Grönland längst zu Trumps Amerika gehört. In zwölf neuen Erzählungen blickt T.C. Boyle tief in die Abgründe der amerikanischen Gesellschaft – und selten lagen Leben und Tod so nah beieinander.

Ungekürzte Lesung mit Florian Lukas
6h 41min

FAQ

Neue Storys von T. C.…

Wer kurzweilige, scharfsinnige und gesellschaftskritische Geschichten liebt, die keine Angst vor unangenehmen Wahrheiten haben, ist bei T.C. Boyle genau richtig. Kein seichtes Vergnügen, sondern eine kleine Achterbahnfahrt durch die Abgründe und Hoffnungsschimmer Amerikas. Für Fans von klugem, pointiertem Erzählstil und tiefgründigen Charakteren ein echter Volltreffer.

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