Wenn dir das hier gefiel …
Mord ohne Vorwort
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Kapitel fühlt man sich fast so, als säße man selbst im gemütlichen Gemeindezentrum von St Tredock – eingekuschelt in den Duft von Tee und frisch gebackenen Scones, während die bunt zusammengewürfelte Truppe ihre verschlungenen Lese-Vorlieben teilt. „Mord ohne Vorwort“ entführt uns in einen charmanten Buchclub, der eigentlich mehr miteinander lacht und liest als dass er ermittelt – bis der Fall des Tages die Routine ordentlich durcheinanderwirbelt.
Die Handlung dreht sich um die ungewöhnliche Gemeinschaft um Nova, die den Buchclub leitet, und ihre schrulligen Mitstreiter:innen. Mit Phyllis, der wandelnden Christie-Enzyklopädie, dem romantischen Arthur und dem fantasievollen Teenie Ash wächst eine Gruppe zusammen, die mit viel Herz und britischem Witz versucht, einen mysteriösen Todesfall und einen knappen Kassenstand aufzuklären. Dabei knüpfen sie an die klassischen Schlaglichter eines gemütlichen Krimis an und liefern eine Liebeserklärung an das Lesen selbst. Die Figuren sind liebevoll skizziert, jeder auf seine Weise eigen – nicht perfekt, aber genau deshalb so glaubwürdig.
Freya Sampson und Claudia Voit verstehen es, mit einem lockeren, gleichwohl präzisen Stil zu schreiben, der nie zu schwer oder zu bemüht wirkt. Da gibt es immer wieder kleine Seitenhiebe und humorvolle Spitzen, die den Lesefluss beleben, ohne die Spannung zu mindern. Besonders schön: Die Geschichte lebt von ihrem britischen Flair und der authentischen Dynamik zwischen den Charakteren, die überraschend gut zusammen funktionieren. Allein die Vorstellung, mit ein paar Rentner:innen und einem Teenie ein Verbrechen aufzuklären, hat etwas herrlich Unkonventionelles – da musste ich oft schmunzeln.
Kritisch muss ich sagen, dass der Plot an manchen Stellen etwas vorhersehbar bleibt und man das eine oder andere Klischee streckenweise spürt. Wer knallharte Thriller oder blutige Action sucht, wird hier nicht fündig. Auch zieht sich das Tempo in einigen Momenten ein wenig, weil die Autorinnen lieber Atmosphäre und Figurenpflege in den Vordergrund stellen. Das passt zwar zum gemütlichen Setting, ist aber nicht jedermanns Sache.
Alles in allem ist „Mord ohne Vorwort“ genau das Richtige, wenn du Lust auf einen charmanten, leichtfüßigen Krimi hast, der mit Witz, Herz und einer Portion britischer Gemütlichkeit überzeugt. Perfekt für alle, die Bücher lieben, skurrile Figuren schätzen und Krimis gern mit einem Augenzwinkern lesen.
4 von 5 Sternen – ein warmherziger, intelligenter Krimi für Zwischendurch, der Spaß macht und den Leser sanft in seine Welt zieht. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine entspannte Lesezeit mit einem feinen Mystery-Rätsel oben drauf.