Der Kommissar und der Mord von Valognes - Philippe Lagarde ermittelt - Kommissar Philippe Lagarde, Band 15 (Ungekürzt)
Kritik
# „Der Kommissar und der Mord von Valognes“ – ein solides Krimi-Vergnügen mit Herz und Verstand
Kaum hat man sich auf die angenehme Stimme von Maria Dries eingelassen, fühlt man sich schnell wieder mittendrin in der Welt von Commissaire Philippe Lagarde. Dieses Mal führt uns der 15. Band der Reihe in die windgepeitschte Bretagne, wo dunkle Geheimnisse lauern – ein klassischer Stoff, der Lust auf mehr macht.
Die Handlung: Eine Nonne stürzt vor zwei Jahrzehnten vom Leuchtturm auf der Île-de-Sein – mysteriös und bis heute ungeklärt. Jahre später taucht der Freitod eines Pfarrers auf, der sich bald als geschickt inszenierter Mord entpuppt. Philippe Lagarde, frisch verheiratet und noch immer mit seinem typischen Scharfsinn ausgestattet, nimmt die Ermittlungen auf. Was mir besonders gefallen hat: Die Geschichte verknüpft geschickt Vergangenheit und Gegenwart, ohne dass es sich gezwungen anfühlt. Die Figuren sind lebhaft gezeichnet, vor allem Lagarde selbst, der mit seiner Mischung aus Besonnenheit und charmantem Sarkasmus punktet. Man spürt, wie sehr ihm dieser Fall unter die Haut geht – und als Leser:in fühlt man sich mittendrin.
Maria Dries‘ Schreibstil ist angenehm flüssig, mit genau der richtigen Portion Detail, die nicht langweilt, sondern neugierig macht. Die Erzählung schreitet zügig voran, ohne gehetzt zu wirken. Ein kleiner Kritikpunkt: Wer neu in der Serie ist, könnte manchmal ein paar Zusammenhänge oder Hintergrundinfos vermissen, aber das stört den Lesefluss kaum.
Kurz gesagt: Wer auf französisch bedingte Krimis mit Tiefgang und sympathischen Ermittlern steht, wird mit diesem Buch seinen Spaß haben. Ein rundum unterhaltsamer Fall, der genau die richtige Mischung aus Spannung und Einfühlsamkeit bietet.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – solides Krimi-Handwerk mit Herz und ein bisschen französischem Flair. Perfekt für gemütliche Lesestunden.