Summer Storms (Gekürzt)
Kritik
Manchmal gibt es Bücher, die einen so ganz unvermittelt in ihren Bann ziehen – „Summer Storms (Gekürzt)“ von Sarah MacLean ist so eins. Schon der Auftakt auf der abgelegenen Privatinsel spürt man die Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart förmlich knistern, und man möchte einfach wissen, wie diese explosive Woche für Alice und ihre Geschwister ausgeht.
Im Kern geht es um mehr als nur eine Erbschaft: Alice kehrt nach Jahren der Selbstgewählter Distanz zurück, um sich mit einer Aufgabe auseinanderzusetzen, die alle ihre Geschwister betrifft. Die Familiengeheimnisse, die zwischen den Zeilen lauern, sorgen für eine stete emotionale Achterbahnfahrt. Alice selbst ist eine Figur mit Ecken und Kanten – klug, verletzlich und nicht bereit, sich sofort wieder ins familiäre Chaos zu stürzen. Und dann gibt es da noch den charmanten, aber überhaupt nicht zufällig auftauchenden Assistenten ihres verstorbenen Vaters, dessen Beziehung zu ihr mehr ist als nur ein One-Night-Stand. Ein bisschen dramatisch, ja, aber genau das macht es so spannend.
Sarah MacLeans Schreibstil ist flott und emotional, lässt einen schnell mitfiebern, ohne dass man sich in endlosen Beschreibungen verliert. Die Dialoge sind sharp, oft witzig und echt. Ich mochte besonders, wie die Autorin es schafft, komplexe Familienkonstellationen und romantische Verwicklungen locker und doch glaubhaft zu erzählen. Wenn man auf Geschichten steht, die neben prickelnder Romantik auch den Blick auf die eigene Herkunft und Vergebung werfen, ist man hier genau richtig.
Kritisch? Nun, ab und zu fühlen sich manche Wendungen ein bisschen zu konstruiert an, als hätte man sie aus dramaturgischen Gründen einfach eingebaut. Auch das Tempo könnte an manchen Stellen gern ein wenig konstanter sein – mal geht alles Schlag auf Schlag, dann wird es kurz etwas zäh. Aber hey, das stört höchstens jene, die es ganz besonders geradlinig mögen.
Für alle, die eine Mischung aus Familiengeheimnissen, prickelnder Romantik und einer Portion Drama mögen, ist „Summer Storms“ ein ziemlich guter Deal. Es ist keine tiefschürfende Literatur, aber genau das macht es zu einem richtig unterhaltsamen Leseerlebnis für zwischendurch.
4 von 5 Sternen – perfekt für entspannte Lesestunden mit einer guten Portion Gefühl und Spannung.