Bittere Reue - Kate Burkholder ermittelt, Band 17 (Autorisierte Lesefassung)
Kritik
Schon beim ersten Satz hat mich die stickige Hitze von Painters Mill gepackt – diese Mischung aus drückender Sommerglut und dem kalten Grauen eines Mordes macht „Bittere Reue“ zu einem echten Pageturner. Linda Castillo bringt uns zurück in die verschlafene Kleinstadt, die diesmal von einem besonders rätselhaften Verbrechen erschüttert wird: Drei tote Männer, deren Schicksal eng mit der amischen Gemeinde verknüpft ist, sorgen für eine Spannung, die unter die Haut geht.
Kate Burkholder, unsere toughe Polizeichefin mit ihrer komplexen Herkunft, steht wieder einmal im Mittelpunkt. Ich mag, wie Castillo ihre Figur mit viel Tiefe und Authentizität zeichnet – Kate ist tough, aber nicht unsympathisch distanziert, sondern menschlich nahbar, was den Krimi emotional auflädt. Der Schreibstil ist klar und schnörkellos, dabei bleibt genug Atmosphäre, um die hitzige, fast beklemmende Stimmung aufzubauen. Besonders gefallen hat mir, wie behutsam Castillo die verschlossene amische Welt porträtiert, ohne ins Klischeehafte abzurutschen.
Klar, die Handlung fühlt sich nicht unbedingt nach einem komplett neuen Handlungsstrang an – Fans der Reihe kennen Kates Kämpfe und die dunklen Geheimnisse schon. Hier und da ging mir das Tempo an einer Stelle einen Tick zu schleppend voran, aber hey, das gibt auch Zeit, um wirklich in die Charaktere einzutauchen und die kleinen Details zu genießen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Wer keinen Bezug zur Serie hat, steht womöglich erst einmal auf verlorenem Posten.
Fazit: Für alle Krimifreunde mit Interesse an vielschichtigen Figuren und einer Prise Kulturerlebnis ist „Bittere Reue“ eine rundum gelungene Fortsetzung. Wer Kate Burkholder mag, wird auch diesen 17. Band verschlingen – Spannung und Emotion sind garantiert.
4 von 5 Sternen.