Wenn dir das hier gefiel …
Morgen blüht die Wilde Malve
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur einen sanften Impuls, um das Herz wieder zum Leuchten zu bringen – und genau das gelingt Patricia Koelle mit „Morgen blüht die Wilde Malve“ auf wunderbare Weise. Die Geschichte nimmt dich mit auf eine Reise entlang der Nord- und Ostseeküste, in der Johanna Himmel, eine Frau, die sich von der Welt zurückgezogen hat, unerwartet Verbindungen zu ihrer eigenen Vergangenheit entdeckt. Das alte Herbarium, das sie findet, ist nicht nur ein Sammelsurium von Pflanzen, sondern ein lebendiges Zeugnis mutiger Frauen, die im 19. Jahrhundert für ihre Rechte gekämpft haben.
Johanna selbst ist keine klassische Heldin, sondern eine authentische, verletzliche Figur, deren Entwicklung man mit jeder Seite ein Stückchen näherkommt. Koelles Sprache fühlt sich dabei leicht und erfrischend an, ohne oberflächlich zu wirken – fast so, als würde man einer guten Freundin zuhören, die von längst vergessenen Geheimnissen erzählt. Besonders gefallen haben mir die liebevollen Beschreibungen der Natur, die niemals kitschig sind, sondern die Stimmung und die Gefühle der Charaktere wunderbar spiegeln.
Klar, manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht – an manchen Stellen zieht sich die Erzählung etwas in die Länge, besonders wenn sich die Geschichte in Details verliert. Außerdem bleibt die erzählerische Spannung eher behutsam, nicht jeder Plot-Twist überrascht. Wer jedoch Lust auf eine behutsame, warmherzige Geschichte mit historischen Elementen hat, die zum Nachdenken über weibliche Stärke einlädt, wird hier gut aufgehoben sein.
Wer also Lust auf ein Buch hat, das Herz und Kopf gleichermaßen anspricht, ohne dabei dramatisch oder aufgesetzt zu wirken, dem kann ich „Morgen blüht die Wilde Malve“ nur ans Herz legen. Ein leiser, aber kraftvoller Roman, der die kleinen Wunder des Lebens und der Geschichte feiert.
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Klappentext
Johanna Himmel hat sich von der Welt zurückgezogen. Ihre einzigen Freunde sind die Wildblumen. Als sie unerwartet auf einen ihr unbekannten Teil der Familie trifft, beginnt für sie eine Reise von der Nordsee an die Ostsee. Dort entdeckt sie ein altes Herbarium, das die verborgene Geschichte einer Ahnenreihe von mutigen Frauen offenbart, die sich im 19. Jahrhundert für Frauenrechte eingesetzt haben.
Von den salzigen Wiesen der Wesermarsch bis zur malerischen Küste Ahrenshoops erwacht eine Geschichte, die von weiblicher Stärke, geheimen Botschaften und Neuanfängen erzählt, für die es Vertrauen und Mut braucht.