Verliebt, verlobt, verblichen
Kritik
Verliebt, verlobt, verblichen von Elizabeth Horn – Ermittlungen mit Witz, Herz und einer ordentlichen Portion Würze
Schon beim ersten Kapitel dachte ich: Hier könnte es spannend werden – und zwar auf eine richtig charmante Art. Wilhelmine, die Besitzerin eines Wurstimperiums in Bad Kissingen, hat definitiv mehr drauf als nur Bratwürste zu verkaufen. Ihr eigentlich ruhiges Leben wird durch den mysteriösen Tod ihrer Freundin Greta ordentlich durchgerüttelt. Das klingt erstmal tragisch, doch Horn mischt einen unterhaltsamen Mix aus Krimi, Humor und warmherzigen Momenten, der beinahe süchtig macht.
Worum geht’s genau? Wilhelmines beschauliche Welt kippt komplett, als nach Gretas Beisetzung ein weiterer Todesfall ihr Umfeld erschüttert. Mit scharfem Spürsinn – und nicht ohne eine Portion Trotz – macht sie sich ans Werk, die Geheimnisse rund um ihre Jugendliebe und den neuen Verdacht zu ergründen. Unterstützt wird sie dabei von einem eher „herumlungernden“ Privatdetektiv, der mit seiner lässigen Art perfekt zu Wilhelmines direktem Wesen passt. Die Figuren sind herrlich menschlich, lebendig und haben ihre ganz eigenen Macken, was die Story unglaublich sympathisch macht.
Elizabeth Horns Schreibstil ist dabei so locker und frisch, dass man das Gefühl hat, direkt neben Wilhelmine auf der Bank im Kurpark zu sitzen und die spritzigen Dialoge mitzuhören. Gerade die Mischung aus prickelnder Spannung und Alltagskomik bringt richtig Schwung in die Seiten. Einige Wendungen sind vielleicht nicht völlig überraschend, aber gerade deshalb fühlt sich das Ganze einfach rund und stimmig an – kein überkandidelter Thriller, sondern spannende Unterhaltung zum Wohlfühlen.
Ein kleines „Aber“ habe ich trotzdem: Manche Szenen hätten für meinen Geschmack etwas knapper sein dürfen, das Tempo schwankt gelegentlich. Und ein paar Figuren hätten ein bisschen mehr Tiefe vertragen können, um noch nachhaltiger zu beeindrucken. Doch das schmälert den Lesespaß kaum, vor allem wenn man Lust auf eine Geschichte hat, die genau im richtigen Moment auch mal zum Schmunzeln einlädt.
Fazit: Wer Krimi mit Herz, Würze und einer Prise Lokalkolorit liebt, ist bei „Verliebt, verlobt, verblichen“ goldrichtig. Ein Buch, das nicht nur spannend, sondern vor allem unterhaltsam und liebevoll erzählt ist – perfekt für entspannte Lesestunden mit einer Portion koffeinhaltiger Kurstadt-Atmosphäre.
Sterne: ★★★★☆
Ein solide spannender Krimi zum Wohlfühlen – kann man gut in den nächsten Leseurlaub packen!