Wenn dir das hier gefiel …
Anleitung zum Unglücklichsein
Key Facts
Kritik
Manchmal fühlt sich das Glück wie ein ferner Planet an, auf den wir ewig warten – genau da setzt Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ an, indem es uns charmant zeigt, wie wir uns das Unglück ganz ohne Mühe selbst basteln. Dass es ein Millionenbestseller ist, wundert nicht, denn wer kennt nicht das Gefühl, sich mitunter selbst ordentlich im Weg zu stehen?
Watzlawick lädt uns ein, ganz genau hinzuschauen, wie wir es schaffen, unseren Nachbarn – der ja eigentlich nur einen Hammer leihen wollte – insgeheim fürchterlich zu hassen. Die Geschichten sind weder trocken noch belehrend, sondern sprühen vor Ironie und einem feinen Humor, der einem beim Lesen immer wieder ein Schmunzeln entlockt. Man merkt sofort: Der Autor kennt die menschlichen Schwächen genau und verdeutlicht sie mit viel Witz und einer guten Portion Selbstironie.
Wobei, über „Hauptfiguren“ im klassischen Sinn lässt sich nicht wirklich sprechen – hier sind es eher alltägliche Situationen und menschliche Verhaltensmuster, die zum Leben erweckt werden. Das macht das Buch besonders knackig und greifbar. Der Schreibstil ist leicht und wendig, ohne oberflächlich zu sein; da wird klug philosophiert, aber mit einem Augenzwinkern und ohne Moralkeule. Eine echte Wohltat im Dschungel der Selbsthilfeliteratur!
Klar, wer auf handfeste Anleitungen zum Glücklichsein hofft, könnte enttäuscht sein – hier geht es bewusst in die umgekehrte Richtung. Zudem könnten einige Kapitel für manche etwas kurz geraten sein, man wünscht sich hier und da vielleicht etwas tiefergehende Erklärungen. Aber das stört kaum, denn gerade die Kürze hält das Ganze flott und spannend.
Fazit: Wer mal aus einer anderen Perspektive auf sein oft chaotisches Inneres blicken möchte und dabei ein paar Lacher nicht missen mag, der ist bei Watzlawick bestens aufgehoben. Die „Anleitung zum Unglücklichsein“ ist kein patentes Allheilmittel, sondern ein cleveres Gedankenexperiment, das so manches Aha-Erlebnis bereithält. Klare Empfehlung für alle, die gerne mal über sich selbst lachen – und dabei ihre kleinen „Glücksabweisungen“ entdecken wollen.
4,5 von 5 Sternen.