Die Wege der Macht
Kritik
Kaum hatte ich „Die Wege der Macht“ aufgeschlagen, war ich mitten drin in einem Strudel aus Intrigen, Gefahr und tiefen Gefühlen – genau das, was ich von Jeffrey Archer gewohnt bin und so sehr schätze. In diesem Band der Clifftons und Barringtons geht es ordentlich zur Sache: Harry Clifton steht vor einer Herkulesaufgabe, als er erfährt, dass sein Freund Anatol Babakow in Sibirien in der Klemme steckt. Gleichzeitig tobt ein Sturm um Emma, die mit der Leitung der Barrington Schifffahrtsgesellschaft auf ganz dünnem Eis balanciert. Man spürt sofort, wie knisternd spannend die Lage ist, und Archer versteht es meisterhaft, die Fäden so zu ziehen, dass man ständig mitfiebert.
Was mir besonders gefällt, sind die vielschichtigen Figuren – Harry wirkt wie der klassische Held mit Ecken und Kanten, der sich nicht wegduckt, während Emma stark und verletzlich zugleich erscheint. Ihr Kampf ums Überleben und um das Unternehmen bringt eine tolle Dynamik hinein. Der Schreibstil? Locker, flüssig und so lebendig, dass man kaum merkt, wie die Seiten nur so dahinfliegen. Archer schafft eine Atmosphäre, die zwischen historischen Details und persönlichem Drama perfekt austariert ist.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal sind die Wendungen ein bisschen vorhersehbar, vor allem, wenn man zu den Fans des Autors gehört. Auch hätte ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Tiefe bei Nebencharakteren gewünscht – aber das hält den Lesespaß keineswegs auf.
Wer also auf spannende Familiensagas mit einer Prise politischer Brisanz steht und Lust hat, sich in ein vortrefflich gewobenes Netz aus Macht, Liebe und Verrat ziehen zu lassen, sollte hier definitiv zugreifen. Für mich ist „Die Wege der Macht“ ein unterhaltsames Highlight mit gelegentlichen Schwächen, das zum Weiterlesen animiert.
4 von 5 Sternen – starke Unterhaltung mit Herz und Biss!
Klappentext
Die Erfolgs-Saga geht weiter!
Harry Clifton erfährt bei einem Besuch in New York, dass der mit ihm befreundete Schriftsteller Anatol Babakow in Sibirien gefangen gehalten wird. Harry will alles tun, um Babakow zu helfen – und bringt sich damit in tödliche Gefahr. Währenddessen schlägt für seine Frau Emma, die der Barrington Schifffahrtsgesellschaft vorsteht, die schwerste Stunde …