Meineid
Kritik
Petra Hammesfahr – „Meineid”: Wenn Freundschaft zur tickenden Zeitbombe wird
Kaum angefangen zu lesen, nimmt „Meineid“ dich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt, die dich so schnell nicht mehr loslässt. Man spürt schnell: Hier geht es nicht nur um irgendeinen Thriller – es geht um Freundschaft, Verrat und die Last von Geheimnissen, die zu schwer werden.
Die Geschichte dreht sich um zwei Frauen, Greta und Tess, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten und doch eine unzertrennliche Verbindung teilen. Greta, die ehrgeizige, vernünftige Anwältin, und Tess, die Freigeistige, die das Leben lieber bunt und sprunghaft mag. Als dann Tess sogar den Mann heiratet, den Greta liebt, denkt man, das könnte alles kaputtmachen. Tut es aber nicht – nicht sofort. Und hier beginnt der wirklich spannende Konflikt: Wie lange hält Freundschaft unter so vielen Lügen? Ich konnte kaum aufhören zu lesen, weil sich hintenrum immer mehr Fäden zusammenzogen, ohne dass die Autorin zu viel verraten hätte.
Petra Hammesfahrs Schreibstil ist angenehm unaufdringlich, dabei immer so präzise, dass man sich wunderbar in den Figuren verlieren kann. Besonders gut gefallen hat mir, wie glaubhaft sie die beiden Frauen zeichnet – mit all ihren Macken, Sehnsüchten und Schwächen. Tess’ impulsive Art steht in so schönem Kontrast zu Gretas rationalem Wesen, dass man fast das Gefühl hat, ihre Stimmen direkt zu hören.
Klar, manchmal hätte ich mir eine Prise mehr Tempo gewünscht – an manchen Stellen ziehen sich die Gedankenstränge doch etwas in die Länge. Und ja, ein paar Twists kommen etwas vorhersehbar, aber das schmälert den Lesespaß eigentlich nur minimal. Wer also auf zu komplizierte Krimis steht, wird sich hier gut aufgehoben fühlen.
Fazit: „Meineid“ ist ein clever konstruiertes Psychodrama, das mit viel Gefühl und realistischen Figuren punktet. Für alle, die Drama, Freundschaft und düstere Geheimnisse mögen, ist das Buch definitiv eine Empfehlung wert. Ein spannender, emotionaler Trip, der einen nachdenklich zurücklässt.
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Ein Buch, das man nicht einfach aus der Hand legt – aber manchmal etwas mehr Pfeffer hätte vertragen können. Trotzdem: Lesen!