Die Natur ist kein Parteimitglied
Kritik
Manchmal braucht es einfach Klartext – und genau den liefern Harald Lesch und Axel Kleidon in „Die Natur ist kein Parteimitglied“. Schon beim Reinhören spürt man diese Mischung aus Frust und Leidenschaft, die beide Physiker antreibt. Es geht hier nicht um trockene Wissenschaft, sondern um ein leidenschaftliches Plädoyer, die Naturgesetze endlich ernst zu nehmen und in der Klimapolitik nicht weiter auf Zeit zu spielen.
Das Hörbuch erklärt verständlich, warum Energie und Natur keine Lobby haben und weshalb es fatal ist, wenn politische Entscheidungen die Realität einfach ignorieren. Lesch und Kleidon schaffen es, komplexe physikalische Zusammenhänge kurz und knackig zu erklären, ohne dabei belehrend zu wirken. Ihre Stimmen ergänzen sich gut und geben dem Ganzen eine sehr authentische Note – fast so, als säße man mit zwei Experten bei einem Kaffee und hätte ein ehrliches, spannendes Gespräch.
Was mir besonders gefallen hat, ist die klare Haltung und der Mut, Missstände beim Namen zu nennen. Man merkt, dass hier zwei Spezialisten sprechen, die nicht nur wissen, wovon sie reden, sondern auch wirklich etwas verändern wollen. Ein bisschen schade finde ich, dass manche Erklärungen für Laien an manchen Stellen doch etwas zu sehr ins Detail gehen und das Ganze vielleicht ein bisschen kompakter hätte ausfallen können. Das Bonusgespräch am Ende ist aber ein nettes Extra, das noch einmal frische Impulse liefert.
Wer also auf der Suche nach einem Hörbuch ist, das den Klimawandel wissenschaftlich fundiert, aber auch emotional packend erklärt und gleichzeitig unmissverständlich klar macht, warum wir so schnell wie möglich umdenken müssen, ist hier bestens aufgehoben. Für alle, die keine Zeit für gedruckte Ratgeber haben und es gerne direkt und ehrlich mögen, ist dieser Titel definitiv ein Gewinn.
Kurz gesagt: Ein leidenschaftlicher Weckruf mit Hirn und Herz, der wachrüttelt und gleichzeitig Mut macht.
Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Harald Lesch und Axel Kleidon sind sauer: Ein ums andere Mal versuchen Verantwortliche in Politik und Wirtschaft so zu tun, als könne man die Gesetze der Natur einfach ignorieren. Deshalb sprechen die beiden Physiker hier Klartext: Die Natur verhandelt nicht, sie ist nicht Partei, sie lässt sich nicht vereinnahmen. Sie folgt auf der ganzen Erde denselben allgemeingültigen Gesetzen – und die müssen unsere Leitplanken sein beim Umgang mit dem Klimawandel. Sie erläutern daher hier noch einmal kurz und knapp, was effiziente Energienutzung bedeutet, warum Energie entwertet wird und welche Maßnahmen eine Politik ergreifen würde, die begriffen hat, wie die Natur funktioniert.
Bonus: Mit einem 20-minütigen Zusatzgespräch der beiden Autoren.
Ungekürzte Lesung mit Axel Kleidon, Harald Lesch
2h 26min