Wenn dir das hier gefiel …
Dieken und die Saat des Todes: Ostfrieslandkrimi
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen von der ersten Seite an mitten ins Geschehen wirft – und genau so geht es einem bei „Dieken und die Saat des Todes“. Tom Willhaus entführt uns in die stille, fast schon rau wirkende Weite Ostfrieslands, wo auf einem abgelegenen Acker eine Leiche gefunden wird, die scheinbar aus dem Nichts auftaucht. Das Gefühl des Unheimlichen, das sich sofort einstellt, zieht sich durch die ganze Geschichte und macht neugierig auf mehr.
Im Mittelpunkt steht Kriminalhauptkommissarin Rieke Holland, eine Frau, die nicht nur gegen knifflige Fälle, sondern zugleich gegen eigene Grenzen kämpft. Ihre Figur ist vielschichtig und authentisch – keine unfehlbare Heldin, sondern eine Ermittlerin, bei der man mit jedem Schritt mitfiebert. Besonders spannend wird es durch die Zusammenarbeit mit dem exzentrischen Biologen, dessen ungewöhnliche Herangehensweise dem Krimi eine erfrischende Note verleiht. Diese Kombination aus bodenständiger Ermittlerin und naturverbundenem Tüftler hebt das Buch angenehm aus der Masse der Ostfrieslandkrimis heraus.
Willhaus’ Schreibstil ist leicht und flüssig, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Er schafft es, Spannung aufzubauen, ohne sich in endlosen Beschreibungen zu verlieren. Die Handlung hält einige clever ausgeklügelte Wendungen bereit, die in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten sind. Trotzdem bleibt die Geschichte für Krimifreunde zugänglich und lässt sich gut „weglesen“, auch wenn man keine Insider der Region ist.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass manche Details im Mittelteil etwas ausführlicher behandelt werden könnten, damit das Tempo nicht zwischendurch ein wenig nachlässt. Außerdem fühlt sich manches Ermittlerteam-Drama ein bisschen vertraut an – hier hätte ein wenig mehr Frische nicht geschadet. Trotzdem überwiegt das Vergnügen klar.
Wer Lust auf einen Ostfrieslandkrimi mit ungewöhnlichem Twist, starken Charakteren und einer spannenden Giftmystery hat, ist hier genau richtig. „Dieken und die Saat des Todes“ bietet eine gute Portion Nervenkitzel ohne verkopft zu werden – ein solider Krimi für gemütliche Lesestunden.
4 von 5 Sternen.