Wenn dir das hier gefiel …
Ungemütliche Bedingungen: Kriminalroman
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Kapitel zieht einen die düstere Stimmung von Dark Spinney sofort in ihren Bann – dieser verregnete Landsitz mit seinen Geheimnissen bietet den perfekten Schauplatz für einen klassischen Krimi, der sowohl vertraut als auch aufregend frisch wirkt. Peter Cheyney serviert hier eine Geschichte, die alles hat, was man sich von einem Kriminalroman erhofft: Spannung, undurchsichtige Figuren und ein genialer Ermittler, der mit trockenem Humor und Biss überzeugt.
Die Handlung setzt kurz nach dem mysteriösen Tod von Oberst Gervase Stenhurst an, der allem Anschein nach Selbstmord begangen haben soll. Doch der scharfsinnige Privatdetektiv Slim Callaghan riecht sofort Lunte, als er nach einem anonymen Hinweis mitten in ein gefährliches Netz aus Intrigen, Geheimnissen und Verrat gerät. Cheyneys Bandbreite der Charaktere ist beeindruckend: Besonders die drei Schwestern – jede mit ihrem eigenen gebrochenen Charme und Schatten – verleihen der Geschichte eine Tiefe, die weit über den üblichen Krimi hinausgeht. Viola, Corinne und Patricia sind nicht einfach nur „Verdächtige“, sondern komplexe Persönlichkeiten, die das Rätsel noch spannender machen.
Der Stil von Cheyney ist dabei genau das Richtige für alle, die gerne mal einen flotten, smarten Ton lesen, ohne dass der Text zu kitschig oder überladen wirkt. Slim Callaghans sarkastische Kommentare bringen richtig Pfiff rein, weshalb man immer weiterblättert, um herauszufinden, was als Nächstes passiert. Einziger kleiner Wermutstropfen: Manchmal wird der Plot an manchen Stellen etwas vorhersehbar, und den ein oder anderen kleinen Logikbruch muss man als Leser vielleicht ignorieren, um das Vergnügen nicht zu trüben.
Wer auf einen stilvollen Vintage-Thriller mit komplexen Figuren, cleverer Spannung und einem Helden steht, der mehr mit Worten als mit Fäusten kämpft, der liegt hier goldrichtig. „Ungemütliche Bedingungen“ macht Lust auf mehr – und gerade die Atmosphäre lässt einen auch nach der letzten Seite noch nicht los.
Fazit: Ein lebhafter, klassischer Kriminalroman mit dem gewissen Etwas – ideal für alle, die Spannung mit einem Augenzwinkern schätzen. 4 von 5 Sternen.