Das Lächeln der Fortuna - Waringham Saga, Teil 1 (Ungekürzt)
Kritik
Schon nach den ersten Seiten fühlt man sich mitten in die Wirren des mittelalterlichen Englands katapultiert – Rebecca Gablé schafft es meisterhaft, Geschichte zum Leben zu erwecken, ohne dabei staubtrocken zu wirken. Im Zentrum steht Robin, ein zwölfjähriger Junge, der durch den Verlust seines Vaters alles verliert und von da an gegen Feinde und Schicksalsschläge kämpfen muss. Die Handlung nimmt uns mit auf eine spannende Reise zwischen Machtkämpfen am Hof, brutalen Feldzügen und persönlichen Herausforderungen, bei der Robin zwischen Freundschaft, Feindschaft und Liebe seinen Weg finden muss.
Die Figuren sind knackig gezeichnet: Robin als sympathischer Underdog, der sich nicht unterkriegen lässt, und Mortimer, der fiese Gegenspieler, sorgen für ordentlich Spannung. Besonders toll fand ich, wie Gablé mit kleinen, authentischen Details historische Figuren und gesellschaftliche Strukturen lebendig macht, ohne den Lesefluss zu bremsen. Der Schreibstil ist dabei angenehm direkt und trifft genau die richtige Balance zwischen erzählerischer Tiefe und Leichtigkeit – sie setzt die lange Geschichte so flott um, dass man das Hörbuch kaum aus der Hand legen will.
Klar, manchmal schleichen sich kleine Längen ein, gerade wenn politische Intrigen ausführlich ausgebreitet werden, da hätte ein bisschen Straffung nicht geschadet. Auch die Vielzahl an Figuren und Namen kann gerade zu Beginn ein wenig verwirren, aber das ist fast typisch für historische Romane dieser Art.
Wer Lust auf ein mitreißendes, detailverliebtes Historienepos hat, in dem nicht nur Ritterrüstungen klirren, sondern auch menschliche Dramen und Intrigen Früchte tragen, ist hier genau richtig. „Das Lächeln der Fortuna“ ist eine Einladung ins 14. Jahrhundert – spannend, emotional und wunderbar erzählend.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen. Ein starkes Auftaktwerk, das Lust auf mehr macht!