BOSCH: Schwarzes Eis
Kritik
Kaum habe ich das Buch aufgeschlagen, war ich mittendrin in einem düsteren Los Angeles, das alles andere als glamourös ist. Direkt spürt man die bedrückende Atmosphäre, die sich wie schwarzes Eis auf den Straßen ausbreitet. Michael Connelly gelingt es spielend, den Leser sofort zu packen – nicht nur mit dem Fall, sondern auch mit einer emotional greifbaren Spannung, die vom ersten Satz an zieht.
In „BOSCH: Schwarzes Eis“ geht es um den rätselhaften Tod von Cal Moore, einem Drogenfahnder, der scheinbar Selbstmord begangen hat. Doch Detective Harry Bosch glaubt nicht an diese einfache Lösung. Als der scharfsinnige Ermittler beginnt, tiefer zu graben, wird klar: Da steckt mehr dahinter – vor allem, wenn die berüchtigte Mode-Droge „Schwarzes Eis“ ins Spiel kommt und Bosch bis nach Mexiko jagt. Dass er dabei selbst auf dünnem Eis wandert, macht die Sache umso packender.
Harry Bosch ist hier wieder einmal die Figur, die man nicht so schnell vergisst. Ein abgeklärter, doch von einer tiefen Gerechtigkeit getriebener Ermittler, der Ecken und Kanten hat. Zusammen mit Connellys schnörkellosem, aber bildhaftem Schreibstil ergibt das eine Mischung, die spannend, flott und ziemlich authentisch rüberkommt. Besonders gut hat mir gefallen, wie Connelly nicht nur den Fall, sondern auch die persönlichen Dilemmata von Bosch subtil und glaubhaft verwebt hat. Das macht aus dem Thriller viel mehr als nur eine „gewöhnliche“ Polizeigeschichte.
Klar, wer hier eine knallharte Action-Orgie erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Die Handschrift ist stellenweise sehr klassisch und in der Erzählweise etwas vorhersehbar – aber das tut der Geschichte kaum Abbruch. Vielleicht hätte das Tempo an der ein oder anderen Stelle ein bisschen zulegen können, trotzdem bleibt die Spannung konstant hoch.
Fazit: Für alle, die Lust auf einen clever konstruierten, atmosphärischen Krimi mit einem taffen Helden haben, ist „BOSCH: Schwarzes Eis“ ein echtes Must-Read. Connelly mixt perfekte Ermittler-Qualitäten mit einem düsteren Setting und relevanten Themen rund um Drogenkriminalität – und das alles ohne schnickschnack, aber mit viel Wumms.
Bewertung: ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Ein starker Krimi, der Lust auf mehr Bosch macht – absolute Empfehlung für Fans von spannenden und gut erzählten Polizeigeschichten!