Weißwurstconnection: Franz Eberhofer 8
Kritik
Schon beim ersten Kapitel merkt man: Niederkaltenkirchen bleibt der charmante Ort, den man ins Herz schließt, nur eben mit einem futuristischen Twist. Ein Luxus-Spa-Hotel mitten im bayerischen Dorf? Das klingt nicht nur absurd, das sorgt auch ordentlich für Turbulenzen – besonders, als dort eine Leiche in einer edlen Marmorbadewanne auftaucht. Franz Eberhofer hat also alle Hände voll zu tun, den Fall zu lösen, während das Privatleben, allen voran die Sache mit Susi, nicht gerade einfacher wird.
Rita Falk lässt ihre Figuren wie alte Bekannte wirken; Franz ist wieder der kauzige, aber liebenswerte Dorfpolizist, der mit einer gesunden Portion bayrischem Humor durchs Leben manövriert. Die Nebencharaktere, besonders der etwas zerstreute Rudi, bringen die richtige Portion Chaos und Herz in die Geschichte. Der Schreibstil ist gewohnt locker, mit schnellen Dialogen und der famosen Mischung aus Krimi und Komik. Da kann man schon mal schmunzeln, wenn Franz mit seiner typischen Mischung aus Sturheit und Herz versucht, den Überblick zu behalten.
Was mir besonders gefallen hat? Dass der typische Eberhofer-Charme erhalten bleibt, obwohl der Plot mal wieder ein bisschen moderner wirkt. Es fühlt sich an wie ein gemütlicher Plausch mit alten Freunden – nur eben mit Mordfall. Einziger kleiner Wermutstropfen: Die Geschichte ist nicht ganz so überraschend und manche Wendungen wirken ein wenig vorhersehbar. Aber seien wir ehrlich, das tut dem Lesespaß kaum Abbruch.
Kurzum: Wer Lust auf bayerische Krimikost mit einem Augenzwinkern hat und neben einem spannenden Fall gerne auch mal herzhaft lacht, der ist hier genau richtig. „Weißwurstconnection“ liefert gewohnt kurzweilige Unterhaltung mit sympathischen Figuren und einem Dorf, das man einfach gernhaben muss.
Am Ende gibt’s von mir 4 von 5 Sternen – weil’s einfach Spaß macht, aber ein bisschen mehr Pep bei den Überraschungen hätte nicht geschadet. Für alle Fans der Reihe und alle, die es noch werden wollen, ist dieses Buch ein heißer Tipp!