Mord im Chianti - Armstrong und Oscar ermitteln, Band 2 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Kaum hatte ich die ersten Minuten der Hörbuch-Lesung von „Mord im Chianti“ eingeschaltet, war ich mitten in einer sonnenverwöhnten, aber durchaus finsteren Welt angekommen – und zwar einer, in der ein brutaler Mord das Idyll des Chianti-Weingebiets gleich ordentlich aufmischt. Rex Hunter, der selbstgefällige Unternehmer mit dunklen Geheimnissen, wird auf dem Golfplatz gefunden, und das hat natürlich sofort meine Neugier geweckt. Was steckt hinter dem glänzenden Ruf des Opfers? Warum ist er so unbeliebt? Und wie ticken die Menschen, die ihm nahestanden?
Dan Armstrong, der pensionierte Ermittler, samt seinem treuen Labrador Oscar, sind einfach herrlich sympathisch und bringen genau die richtige Portion Ruhe und Köpfchen in die Ermittlungen. Ihre Dynamik hat mir Spaß gemacht – hier passt das Duo einfach zusammen. T. A. Williams erzählt die Geschichte in einem angenehm lockeren Ton, der nie abgehoben wirkt, sondern immer warmherzig und mit einer Prise trockenem Humor. Man fühlt sich fast wie auf einer gemütlichen Rundreise durch die malerische Toskana, auch wenn sich dahinter jede Menge Spannung verbirgt.
Klar, manche Wendungen kommen ein bisschen vorhersehbar, und an manchen Stellen hätte ich mir vielleicht noch ein bisschen mehr Biss oder ganz tiefe Einblicke in die Psyche der Verdächtigen gewünscht. Trotzdem stören diese Kleinigkeiten den Lesegenuss kaum, weil man einfach gern mehr Zeit mit Dan und Oscar verbringt – und weil die Atmosphäre so gut eingefangen ist.
Wer Lust auf einen leichtfüßigen Cosy-Crime mit italienischem Flair hat, ohne in blutige Abgründe abzutauchen, der liegt mit „Mord im Chianti“ goldrichtig. Es ist genau die Art von Krimi, die man entspannt nebenbei hören kann, wenn man dem Alltag mal für ein paar Stunden entfliehen will.
Fazit: Charmant, kurzweilig und mit dem richtigen Maß an Spannung – ein Hörbuch, das einfach Spaß macht. 4 von 5 Sternen.