BOSCH: Die Frau im Beton
Kritik
Wer Lust auf einen Thriller mit ordentlich Nervenkitzel und einem Protagonisten, der so herrlich unbeirrbar seinen Weg geht, hat, sollte bei Michael Connellys „BOSCH: Die Frau im Beton“ unbedingt reinschauen. Gleich zu Beginn zieht einen die Geschichte mit voller Wucht in die düstere Welt von Harry Bosch – einem Ermittler, der nicht nur mit einem Fall, sondern vor allem mit sich selbst kämpft.
Im Mittelpunkt steht Bosch, der vor Gericht steht, weil er vor Jahren den berüchtigten Serienmörder „Puppenmacher“ erschossen hat. Doch plötzlich bekommt der Fall eine neue Wendung: Eine Frauenleiche taucht auf, die genauso brutal zugerichtet wurde wie die Opfer des Puppenmachers. Ist Bosch womöglich einem Fehler aufgesessen? Die Jagd nach der Wahrheit entfacht ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem der knorrige Ermittler auf eigene Faust ermittelt – und das mit großem Herz und noch größerem Dickkopf.
Was mir besonders gut gefällt, ist Connellys cooler, klarer Schreibstil, der ganz wunderbar auf den Punkt kommt, ohne sich in zu vielen Details zu verlieren. Die Figuren sind robust gezeichnet, besonders Bosch wirkt authentisch und nachvollziehbar – kein aufgesetzter Held, sondern jemand, der mit seinen Dämonen lebt und darum kämpft, das Richtige zu tun. Zwischendurch dachte ich mir öfter „Genau sowas brauche ich jetzt!“ – moderner Krimi, der unter die Haut geht, aber trotzdem locker daherkommt.
Kritik? Nun ja, einige Passagen ziehen sich ein wenig, stellenweise hätte das Tempo gern noch etwas höher sein dürfen, um die Spannung durchgängig zu halten. Außerdem fühlt sich Bosch als Charakter schon zum zigsten Mal in einer ähnlichen Lage an – Fans des Autors werden das lieben, für Neulinge könnte es ein kleiner Wiederholungseffekt sein.
Fazit: „BOSCH: Die Frau im Beton“ ist genau die richtige Wahl für alle, die auf intelligenten Crime-Thriller mit Ecken, Kanten und einem Ermittler mit Charakter stehen. Michael Connelly schafft den Spagat zwischen packender Story und tiefgründigem Krimifeeling mühelos.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – spannend, gut geschrieben und mit einem sympathischen Hauptcharakter, der Lust auf mehr macht.