Thunderhead. Schlucht des Verderbens
Kritik
Es gibt Bücher, die einen sofort packen – "Thunderhead. Schlucht des Verderbens" gehört definitiv dazu. Schon beim ersten Schritt in die verfallene Ranch von Nora Kelly spürt man diese unheimliche Atmosphäre, die sich wie ein Schatten über die Seiten legt. Man merkt sofort: Hier ist nichts, wie es scheint.
Die Handlung ist so spannend aufgebaut, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Nora kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit, an den dunklen Punkt ihrer Vergangenheit, um mehr über den mysteriösen Tod ihres Vaters herauszufinden. Doch statt Antworten warten uralte Geheimnisse und ein widerliches Wesen, das sich zwischen Mensch und Tier bewegt – und das plötzlich unangenehm nah ist. Spannung, Drama und ein Schuss Mystery sorgen für ordentlich Nervenkitzel.
Noras Charakter ist dabei alles andere als eine typische Heldin. Sie wirkt echt, mit Ecken und Kanten – genau so, wie man sich eine junge Archäologin in so einer alptraumhaften Situation vorstellt. Die beiden Autoren Preston und Child liefern einen Schreibstil, der locker-flüssig ist, aber nie simpel wird. Die Beschreibungen der Wüstenlandschaft und der verfallenen Szenerie sind stimmungsvoll ohne zu viel Schnickschnack, und die Dialoge sitzen perfekt. Man merkt, hier hat jemand Ahnung von seinem Handwerk.
Klar, an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht – ein paar Szenen zogen sich für meinen Geschmack ein wenig, gerade in der Mitte des Buches. Und ehrlich gesagt, das Wesen bekommt fast schon etwas zu viel Rampenlicht, sodass man sich phasenweise fragt, ob der Fokus nicht ein bisschen zu sehr auf dem Grusel liegt und weniger auf der menschlichen Story.
Wer also Lust auf eine Mischung aus Abenteuer, Mystery und gut durchdachter Horroratmosphäre hat, ist hier genau richtig. Für Fans von düsteren Archäologie-Thrillern mit einem gewissen Twist ein absoluter Volltreffer.
Alles in allem schafft "Thunderhead. Schlucht des Verderbens" den Spagat zwischen nervenaufreibender Spannung und emotionaler Tiefe wirklich souverän – von mir gibt’s 4 von 5 Sternen. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern spürt.