Mörderisches Halleluja
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Mörderisches Halleluja“ aufgeschlagen, fühlte ich mich direkt mittendrin in diesem kleinen bayerischen Dorfdrama voller skurriler Figuren und überraschender Wendungen. Roland Zingerle schafft es mit einem Augenzwinkern und wunderbar unaufgeregtem Humor, eine Geschichte zu erzählen, die sofort Lust macht, weiterzulesen – und zwar nicht nur wegen des Kriminalfalls.
Im beschaulichen Fackenreuth, wo eigentlich nichts passiert, geht plötzlich die Post ab: Ein vermeintlich erschienener Jesus im Wald entpuppt sich als der Startschuss für blutige Morde, religiöse Fanatiker und jede Menge Chaos. Dabei begleitet man Dorfpolizist Xaver, dessen Alltag zwischen vermisstem Klingelbeutel, misstrauischen Dorfbewohnern und wirren Liebesproblemen ziemlich turbulent wird – und das auf eine echt sympathische Art. Xaver ist keine Superheldenfigur, eher ein bodenständiger Typ, der mit der verwirrenden Situation ziemlich gut zu kämpfen hat.
Zingerles Schreibstil ist locker, frisch und manchmal schnörkellos direkt – was perfekt zum Setting passt. Die Mischung aus trockenem Humor und stimmungsvoller Lokalfarbe macht das Buch zu einem kurzweiligen Vergnügen, das sich herrlich leicht weglesen lässt. Besonders gelungen fand ich, wie die ernsten und manchmal auch düsteren Momente mit einer Prise Lakonie entschärft werden, ohne dabei den nötigen Ernst im Kriminalfall zu verlieren.
Natürlich gibt es da und dort ein paar kleinere Längen, und manche Nebencharaktere hätten etwas mehr Tiefe vertragen können. Manchmal hätte ich mir auch ein bisschen mehr Tempo gewünscht, gerade gegen Ende zieht sich die Geschichte stellenweise. Aber hey, bei all dem Trubel in Fackenreuth darf man das wohl verzeihen.
Wenn du Lust auf einen Krimi hast, der fernab von Großstadthektik mit bayerischem Charme, schrägem Humor und überraschend viel Herz punktet, solltest du hier unbedingt reinschauen. „Mörderisches Halleluja“ ist nicht der klassische Thriller, sondern eher eine launige, bunte Mischung aus Dorfleben, religiösen Kuriositäten und einem guten Schuss Spannung.
Fazit: Ein unterhaltsamer Krimi mit verschrobenen Figuren und einer Portion Lokalkolorit, der Spaß macht und gute Laune verbreitet – ideal für alle, die gerne mal einen etwas anderen Mordfall lösen.
Bewertung: ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Klappentext
Im idyllischen oberbayerischen Fackenreuth, wo die Blumen blühen, die Bienen summen und die Bächlein murmeln, könnte das Leben nicht ruhiger sein. Dorfpolizist Xaver ist gerade mit Kleinkram-Problemen beschäftigt: Pfarrer Hartl vermisst Geld aus dem Klingelbeutel, und Xavers Freundin Bettina ist nicht gerade glücklich mit ihm, obwohl er keinen blassen Schimmer hat, warum.
Doch alles ändert sich, als Jesus im Wald auftaucht – zumindest glaubt das die tiefgläubige Monika. Denn während einige Fackenreuther die Wiederkehr des Heilands feiern, vermuten andere einen Schwindel. Doch die Wahrheit wird schnell blutiger als erwartet: Ein Mord geschieht, und noch während Xaver im Dunkeln tappt, wird auch Monika ermordet – ans große Kreuz in der Kirche genagelt. Und damit nimmt das Chaos seinen Lauf.
Satanisten, fanatische Christen und sogar eine päpstliche Kommission – angefordert vom Bischof, um die Echtheit Jesu zu überprüfen – ziehen ins Dorf. Doch Xaver ist noch mit der Lösung der Morde beschäftigt – und das ist schwieriger als gedacht. Und als wäre das alles noch nicht genug, scheint es erst der Anfang zu sein: Ein schwatzhafter Schweinebauer verschwindet, die Esel auf einem Reiterhof drehen durch, und plötzlich ist Fackenreuth von Schaulustigen, Medien und Gläubigen überrannt.
Xaver weiß bald nicht mehr, wo ihm der Kopf steht – das Dorf ist ein einziges mörderisches Halleluja.