Zu wenig Zeit zum Sterben
Kritik
Manchmal packt dich ein Thriller und lässt dich nicht mehr los – genau so erging es mir bei „Zu wenig Zeit zum Sterben“. Steve Cavanagh serviert hier einen spannungsgeladenen Rechtshaken, bei dem die Uhr gnadenlos tickt und du von der ersten Seite an mitfieberst, ob Eddie Flynn wirklich einen Weg aus der Hölle findet.
Im Mittelpunkt steht Eddie, ein Strafverteidiger mit einer großen Last auf den Schultern: Ein schwerer Fehler hat ihn vom Juraparkett vertrieben, doch als er widerwillig den Paten der New Yorker Russenmafia verteidigen soll, wird es persönlich. Drohungen gegen seine Tochter zwingen ihn in einen gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit – 48 Stunden, um das Unmögliche zu leisten. Keine übertriebenen Action-Einlagen, sondern cleverer, verdammt gut geschriebener Thrillerstoff, der geschickt mit Emotionen und moralischen Dilemmata spielt.
Cavanaghs Schreibstil ist schnörkellos, trotzdem nimmt er sich genau die richtige Portion Zeit, um Figuren plastisch und sympathisch zu zeichnen. Eddie ist dabei kein unfehlbarer Held, sondern ein Mann, der mit Zweifel und Angst kämpft – das macht ihn unglaublich nahbar. Und ja, die Spannung schnürt einem den Hals zu, während man versucht, Eddies Entscheidungen zu verstehen und nachzuvollziehen.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Ab und zu schleichen sich etwas zu vorhersehbare Wendungen ein, die man als geübter Thriller-Fan schon erahnen könnte. Aber hey, das schmälert den Nervenkitzel kaum, denn die packende Grundidee und die temporeiche Inszenierung holen das locker wieder raus.
Kurz und knapp: Wer Lust auf einen smarten, temporeichen Thriller hat, der neben Action auch mit Herz und Verstand punktet, ist bei „Zu wenig Zeit zum Sterben“ genau richtig. Ein fesselnder Pageturner, der dich durch seine sympathischen Figuren und das knackige Erzähltempo mehr als überzeugt.
4 von 5 Sterne – ein Pflichtprogramm für alle, die Spannung und Emotionen miteinander verknüpft erleben wollen.
Klappentext
Der 1. Fall für Eddie Flynn – bekannt aus dem SPIEGEL-Bestseller "THIRTEEN"
Vor über einem Jahr hat der Strafverteidiger Eddie Flynn vor Gericht einen folgenschweren Fehler begangen – und sich danach geschworen, niemals mehr einen Fall zu übernehmen. Doch nun muss er Olek Volchek, den berüchtigten Paten der New Yorker Russenmafia, gegen eine Mordanklage verteidigen. Volchek droht, Eddies elfjährige Tochter Amy umzubringen, falls er sich weigert. Und so bleiben ihm nur 48 Stunden Zeit, das Unmögliche zu schaffen: die Geschworenen von der Unschuld seines schuldigen Mandanten zu überzeugen, das Leben seiner Tochter zu retten – und Volchek für immer aus dem Verkehr zu ziehen ...
Gekürzte Lesung mit Thomas M. Meinhardt
10h 49min