Rosebay Hope - Ein Neuanfang in Irland
Kritik
Manchmal braucht es nur eine ordentliche Brise irischer Küstenluft, um Körper und Seele ins Gleichgewicht zu bringen – genau das vermittelt Jennifer Wellen in „Rosebay Hope - Ein Neuanfang in Irland“ auf charmante und mitreißende Weise. Gigi, eine junge Erfolgsautorin, tauscht dabei ihr altvertrautes Londoner Leben gegen ein unerwartetes Abenteuer, das sie nicht nur räumlich, sondern auch emotional ordentlich durcheinanderwirbelt.
Die Handlung ist angenehm bodenständig und doch voller Überraschungen: Nach einem stürmischen Kajakausflug landet Gigi im beschaulichen Landkrankenhaus von Rosebay Hope – einem Ort, der mehr Geheimnisse und Herzlichkeiten verbirgt, als man zunächst vermuten würde. Besonders die Begegnung mit dem geheimnisvollen Doktor Callan O’Cleary und die schrullige, sympathische Clique der „Quill Pens“ lockern die Geschichte wunderbar auf und fügen dieser sonst so ruhigen Kulisse eine gehörige Portion Leben ein.
Jennifer Wellens Erzählstil ist locker, flüssig und dabei nie zu leichtgewichtig – gerade so, dass man sich entspannt zurücklehnen kann, ohne dass die Geschichte an Tiefgang verliert. Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und gewinnen schnell an Tiefe, was Gigi’s persönliche Reise um einiges glaubwürdiger macht. Es macht einfach Spaß, diesen Neuanfang mitzuerleben, auch wenn man als Leser*in selbst längst kaum mehr vom Sofa wegkommt.
Klar, hier und da hätte die Story etwas weniger vorhersehbar sein dürfen, und an manchen Stellen hätte ein bisschen mehr Tempo gutgetan. Aber diese kleinen Schwächen nehmen dem Buch kaum die Leichtigkeit, die es ausmacht. Es ist eben kein knallharter Krimi, sondern eine warme Wohlfühlgeschichte mit spannenden Momenten und einer Prise Romantik.
Wer also Lust auf einen sanften Tapetenwechsel, irisches Flair und eine Geschichte hat, die Herz und Kopf anspricht, für den ist „Rosebay Hope“ genau richtig. Ein idealer Titel für gemütliche Nachmittage mit einem Tee in der Hand – und die Gewissheit, dass manchmal das Unerwartete die besten Geschichten schreibt.
4 von 5 Sternen – weil ein Neuanfang in Irland einfach immer eine kleine Verlockung bleibt.