Wenn dir das hier gefiel …
Der Junggesellinnenabschied
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die erste Seite von „Der Junggesellinnenabschied“ aufgeschlagen, fühlt man sich mitten in einem Abend voller Hoffnung und Vorfreude – bis die düstere Wendung die Stimmung schlagartig kippen lässt. Robin D. Jensen erzählt hier eine Geschichte, die mehr ist als nur ein Krimi: Es ist ein Schlaglicht auf Themen, die leider oft zu kurz kommen.
Svenja Kröger, die Journalistin mit Herz, steht im Mittelpunkt – jemand, mit dem man sich schnell verbunden fühlt, weil sie nicht nur ermitteln, sondern auch menschlich überzeugen will. Gemeinsam mit Steffen Baumann, ihrem toughen Chefredakteur, stolpern sie in einen Fall, der sonst eher in den Schlagzeilen landet, als auf Romanseiten. Die Verknüpfung mit der „Incel“-Szene sorgt für einen spannenden und beklemmenden Hintergrund, der das Buch auf eine ganz eigene Ebene hebt.
Jensens Schreibstil ist dabei trotz des schweren Themas angenehm zugänglich, locker genug, um das Lesen nicht zur Last werden zu lassen, und gleichzeitig präzise genug, um die Dramatik realistisch zu vermitteln. Man spürt, dass hier jemand recherchiert hat, was dem Ganzen eine glaubwürdige Tiefe gibt. Immer wieder denkt man: „Wow, das ist ja wirklich erschreckend nah an der Realität.“ Genau das macht das Buch so fesselnd.
Ein kleiner Kritikpunkt? Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Figuren noch ein bisschen mehr Raum bekommen, um tiefer zu wirken. Das Tempo des Plots jagt einen förmlich durch die Seiten, was aufregend ist, aber gelegentlich zu Lasten der Charakterentwicklung geht. Trotzdem stört das nicht wirklich, weil die Kombination aus Spannung und zeitgenössischem Thema ziemlich gut funktioniert.
Fazit: Wer Lust auf einen Krimi hat, der mehr will als nur Rätselraten und der dabei mit gesellschaftlichen Brennpunkten aufräumt, findet in „Der Junggesellinnenabschied“ eine rasant erzählte und überraschend berührende Geschichte. Für alle, die gern spannende Thriller mit einem echten Bezug zu unserer Zeit lesen, ist das hier genau das Richtige.
4 von 5 Sternen – spannend, relevant und definitiv lesenswert.
Klappentext
Svenja Kröger ist Journalistin, doch heute hat sie nur eines im Sinn: den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin. Ein besonderer Abend, der Anfang einer glücklichen Zukunft. Doch am nächsten Tag ist alles anders, denn zwei Frauen, die an der Party teilgenommen haben, wurden brutal zu Tode geprügelt. Sofort nimmt die Polizei die Ermittlungen auf, doch diese stößt schnell an ihre Grenzen. Wer steckt hinter dieser sinnlosen Tat? Svenja möchte genau das herausfinden. Gemeinsam mit ihrem Bekannten Steffen Baumann, Chefredakteur bei der Zeitung ›Hamburg-Blick‹, stürzt sie sich in ihre eigenen Ermittlungen. Schnell wird klar, dass es sich hier um ein komplexes Hass-Motiv handelt, das sich gegen Frauen richtet. Die ›Incel‹-Szene rückt in den Fokus der beiden und ein düsteres Spiel um Rache, Manipulation und Frauenhass beginnt, das Svenja und Steffen an ihre psychischen Grenzen treibt.
Steffen Baumann ist zurück – sein neuer Fall, führt ihn in das Herz des Hasses, das ihn zu verschlingen droht.