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Erschienen:
2026-06-16
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Fünf, sechs, sieben, acht

Kritik

Wer hätte gedacht, dass ein gut gealterter Stepptänzer so viele Gefühle in Bewegung setzen kann? „Fünf, sechs, sieben, acht“ von Ewald Arenz ist eine wunderbare Geschichte über das Älterwerden, unerfüllte Träume und die Komplexität von Familie – ganz ohne Kitsch, aber mit viel Herz.

Im Mittelpunkt steht Anton, der mit seinen 60 Jahren noch immer den Rhythmus im Blut hat, obwohl die Geschwindigkeit nicht mehr die gleiche ist. Als ihm die Choreografenstelle vor der Nase weggeschnappt wird – ausgerechnet von seiner Tochter Emma – gerät nicht nur sein Stolz ins Wanken, sondern auch seine Selbstwahrnehmung. Das bringt ihn dazu, sich seiner Vergangenheit zu stellen, einer alten Liebe nachzuspüren und eine Reise anzutreten, die vieles in ihm und zwischen den beiden neu ins Rollen bringt. Es ist ein feiner Balanceakt aus Verletzlichkeit und Stillstand, der durch die lebendig gezeichneten Figuren richtig lebendig wird.

Anton und Emma sind keine perfekten Menschen, das macht sie so nahbar. Arenz’ Schreibstil ist flüssig, mit leichtfüßigen Dialogen und einer Wärme, die einen sofort in die kleinen und großen Konflikte eintauchen lässt. Ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich schmunzeln musste oder kurz freudig aufatmte – ja, so fühlt sich eine echte Familiengeschichte an. Die wechselnden Perspektiven geben dem Ganzen dabei eine schöne Tiefe.

Was mich ein wenig gestört hat: Manche Momente wirken fast zu rund, als hätte die Geschichte ein bisschen zu sehr den Fokus auf versöhnliche Botschaften gelegt und die Ecken und Kanten etwas geglättet. Ein bisschen mehr Biss und Unberechenbarkeit hätten dem Ganzen gutgetan. Dennoch bleibt das kein großer Wermutstropfen, denn die positive Stimmung und die Reflexion übers Leben haben mich wirklich mitgenommen.

Wenn ihr Lust auf eine warme, zugleich nachdenkliche Geschichte habt, die durch sympathische Charaktere und eine schöne Portion Authentizität besticht, dann legt „Fünf, sechs, sieben, acht“ ruhig mal auf eure Leseliste. Es ist kein Tanz auf der Stelle, sondern ein kraftvoller Schritt in die eigene Vergangenheit und Zukunft.

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen. Ein Buch, das in Erinnerung bleibt – und das, ohne die Füße stillzuhalten.

Klappentext

Anton, 60 Jahre alt, ist Stepptänzer. Ja, er ist nicht mehr so schnell wie früher, aber mit seiner Erfahrung und Ausdruckskraft tanzt er – noch – allen davon. Wer sollte ihm also die Stelle als Choreograf an einer Theaterbühne streitig machen? Doch die neue Intendantin sieht das anders – und engagiert ausgerechnet Emma, Antons Tochter. Anton ist verletzt, wütend, traurig und zugleich stolz auf seine Tochter. Zeigen kann er ihr das nicht. Die Absage spült etwas in ihm hoch, das er nicht länger verdrängen kann: das Gefühl des Älterwerdens. Plötzlich spürt er die eigene Endlichkeit und fragt sich, ob er sein Leben richtig gelebt hat. Eine Frage, die ihn wieder an eine alte große Liebe denken lässt. Jo war damals einfach spurlos verschwunden. Hätte er mit ihr ein besseres Leben gelebt? Es ist Emma, die auf Jos Spur stößt. Mit ihr reist er nach Irland. Alte Konflikte zwischen Vater und Tochter brechen wieder auf. Für Anton wird es eine Reise zu sich selbst und er begreift: Zu Ende ist es erst, wenn es zu Ende ist. Bis dahin will das Leben gelebt werden.

FAQ

Anton, 60 Jahre alt, ist Stepptänzer. Ja, er ist nicht mehr so schnell wie früher, aber mit seiner Erfahrung und Ausdruckskraft tanzt er – noch – allen davon.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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