Das Grab im Moor
Kritik
Manchmal gibt es Bücher, die einen regelrecht in ihren Bann ziehen, und „Das Grab im Moor“ von Val McDermid ist genau so eins. Schon beim Eintauchen in die mystische Atmosphäre der schottischen Highlands spürt man förmlich den feuchten Moosgeruch und den Hauch von Geheimnissen, der sich durchs Moor zieht.
Worum geht’s? Eine amerikanische Frau folgt den Hinweisen ihres verstorbenen Großvaters und stößt auf ein altes Motorrad aus den 40ern – und eine unerwartete Leiche. DCI Karen Pirie, die Queen der Cold Cases, kann diesen Fund nicht einfach ignorieren, vor allem, weil der Tote ein ziemlich spezielles Paar Nike-Sneakers trägt, das mehr Fragen provoziert, als es beantwortet. Was genau ist damals passiert? Und wie passt das alles zusammen? McDermid verwebt hier geschickt Vergangenheit und Gegenwart, sodass man als Leserin kaum Luft holen kann.
Was ich super fand: Karen Pirie ist keine klassische Ermittlerin, sondern hat diesen bodenständigen, clever-lässigen Charme, der mich sofort eingenommen hat. Der Schreibstil ist klar und flott, ohne viel Schnickschnack, was dem Spannungsaufbau voll zugutekommt – keine ellenlangen Beschreibungen, sondern der perfekte Mix aus Atmosphäre und Tempo. Man liest quasi im Galopp durch die Seiten.
Klar, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass das Tempo an einigen Stellen etwas gezügelter wird – manche Details wirken fast etwas zu kleinteilig, sodass das Tempo kurz leidet. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt passt der Erzählfluss super.
Wer auf knackige, durchdachte Krimis mit einem Hauch Historie und einem sympathischen Ermittlerteam steht, ist hier goldrichtig. Für alle, die gerne in düstere Geheimnisse eintauchen und dabei nicht den Spaß am Rätseln verlieren, ist „Das Grab im Moor“ ein absoluter Volltreffer.
Mein Fazit: Spannend, clever und mit genau der richtigen Prise Atmosphäre – McDermid hat mal wieder geliefert. Klare Leseempfehlung für Fans von gut gemachtem Thriller mit Tiefgang.
Bewertung: 4 von 5 Sternen