Hollywell Hearts: Die kleine Farm am Meer
Kritik
Manchmal sind es genau diese Geschichten, die einen beim Lesen einfach warm ums Herz werden lassen – und „Hollywell Hearts: Die kleine Farm am Meer“ von Jennifer Wellen gehört definitiv dazu. Wer schon einmal davon geträumt hat, dem Großstadttrubel den Rücken zu kehren und auf einer charmanten kleinen Farm in Cornwall neu anzufangen, wird hier genau ins Schwarze treffen.
Die Handlung ist schön unkompliziert: Tamlyn, eine waschechte Londonerin durch und durch, erbt überraschend eine Ziegenfarm von einem Vater, den sie nie kannte. Anfänglich will sie das Erbe kurz und schmerzlos loswerden – verständlich, schließlich klingt das Landleben für sie eher nach Stillstand als nach Abenteuer. Doch das Schicksal – und eine süße, junge Halbschwester sowie das gesamte tierische Ensemble inklusive der flauschigen Angoraziegen – haben andere Pläne. Dazu kommt noch Scott, ein Tierarzt, der mit gestandenen Businessfrauen so seine Probleme hat und natürlich ziemlich charmant daherkommt. Zusammen werfen diese Rollen alles durcheinander, was Tamlyn über Familie, Liebe und sich selbst dachte.
Jennifer Wellens Schreibstil ist locker und flüssig, genau richtig für eine Wohlfühlecke auf dem Sofa. Die Dialoge sprühen vor Leben und machen Lust auf mehr, die Figuren sind sympathisch und gut gezeichnet, ohne in Klischees abzudriften. Besonders die authentische Beschreibung der kleinen Farm und das liebevolle Miteinander zwischen Mensch und Tier ziehen einen direkt ins Geschehen. Man spürt, wie viel Herzblut in die Details geflossen ist.
Klar, das Buch bietet keine wild verschachtelte Story, sondern setzt eher auf wohltuende Gemütlichkeit und emotionale Wärme. Für alle, die auf dramatische Wendungen oder tiefschürfende Lebenskrisen hoffen, ist es vermutlich nicht die erste Wahl. Manchmal hätten die Entwicklungen gern ein bisschen flotter vorangehen können, aber das tut dem Lesespaß keinen großen Abbruch.
Kurzum: Wer Lust auf eine leichte, berührende Geschichte über Neuanfänge, Familie und Herzenswärme hat – und dabei nicht auf schnöde Kitschfalle hereinfallen möchte – findet in „Hollywell Hearts“ genau den richtigen Lesestoff für kuschelige Stunden. Ein Buch, das man am liebsten mit einer Tasse Tee und einer kleinen Portion Plätzchen verknüpft.
4 von 5 Sternen – weil es süß, charmant und einfach sympathisch ist, ohne zu sehr zu glänzen, aber gerade das macht es so ehrlich und nahbar.