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Für jede Lösung ein Problem
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft ein Buch genau den Nerv, den man gar nicht wusste, dass er existiert – „Für jede Lösung ein Problem“ von Kerstin Gier gehört definitiv dazu. Gerri ist alles andere als eine klassische Heldin: mit sarkastischem Humor bewaffnet, schreibt sie Abschiedsbriefe, die keinem gefallen würden, weil sie eben knallhart ehrlich sind. Und als dann die geplante Auszeit ausbleibt, explodiert ihr Leben – und das auf eine ziemlich unverblümte Weise.
Die Handlung springt nicht nur von einem witzigen, manchmal auch schmerzhaften Moment zum nächsten, sondern zeigt auch, wie schwierig es ist, mit dem echten Ich bei anderen anzukommen. Gerri ist herrlich unperfekt, ihre Art zu denken und zu schreiben ist lebendig, frech und dabei immer nahbar – so eine Protagonistin bleibt im Kopf. Kerstin Giers Schreibstil ist ein bisschen wie ein lockeres Gespräch mit einer Freundin, die Spaß an der Wahrheit hat, ohne dabei verletzend zu werden.
Natürlich gibt es hier und da Stellen, an denen die Geschichte etwas vorhersehbar wirkt oder der Humor ein bisschen zu dick aufgetragen wird – aber genau das macht sie eben auch sympathisch und leicht zugänglich. Für Leser:innen, die auf der Suche nach seichter Unterhaltung mit Tiefgang und Ecken und Kanten sind, ist das Buch genau das Richtige.
Kurz gesagt: Ein Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch zu ein bisschen Selbstreflexion einlädt – ohne dabei zu schwer zu sein. 4 von 5 Sternen für eine charmante, freche und ehrliche Lektüre, die ich gerne weiterempfehle.