Bibi & Tina, Folge 123: Schnitzeljagd bei Nacht
Kritik
Kaum hat man das Buch aufgeschlagen, zieht einen die Stimmung dieser nächtlichen Schnitzeljagd sofort in ihren Bann – man spürt förmlich die frische Waldluft und das Kribbeln, das in der Luft liegt, wenn die Dunkelheit um einen herum dichter wird. Bibi und Tina, die unzertrennlichen Freundinnen, haben für Ferienkinder eine aufregende Schnitzeljagd durch den Wald geplant, doch bevor der Spaß richtig losgehen kann, wollen sie einen Testlauf wagen. Dabei zeigt sich schnell, dass selbst mit Hexkraft und Förster-Unterstützung nicht alles nach Plan läuft – und genau das macht die Geschichte so spannend und authentisch.
Die Charaktere sind genau so, wie man sie liebt: Bibi mit ihrem mutigen, manchmal frechen Wesen und Tina, die bodenständig und liebevoll auf der Wiese und im Stall für Ordnung sorgt. Anna Haslehner hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil, der sowohl jüngere als auch junggebliebene Leser:innen leicht mitzieht. Besonders gut gefallen hat mir, wie die Autorin Spannung und leichten Nervenkitzel aufbaut, ohne dass es jemals zu gruselig für die Zielgruppe wird – hier passt einfach alles perfekt zusammen.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Die Schnitzeljagd samt ihrer Herausforderungen ist zwar unterhaltsam, aber an manchen Stellen hätte ich mir noch ein bisschen mehr Überraschung gewünscht. Trotzdem – das schmälert den Lesespaß kaum, vor allem für die, die Bibi & Tina ohnehin ins Herz geschlossen haben.
Kurz und knapp: Wer auf freundschaftliche Abenteuer mit einer Prise Spannung, ohne großen Schnickschnack steht, ist hier genau richtig. Die Mischung aus Action, Herz und magischen Momenten macht die Folge zu einem vergnüglichen Lesegenuss für Groß und Klein.
4 von 5 Sternen. Ein solides Abenteuer, das Spaß macht und Lust auf mehr weckt.