Das Cottage in der Serling Street - Natalie Ames ermittelt - Tee? Kaffee? Mord!, Folge 39 (Ungekürzt)
Kritik
Wer hätte gedacht, dass ein unscheinbares Cottage in einer ruhigen Straße so viele Geheimnisse bergen kann? In „Das Cottage in der Serling Street“ wird Nathalie Ames schlagartig ins Leben einer echten Amateurdetektivin katapultiert – und zwar mit einem gehörigen Schuss britischem Charme und einer Prise Spannung, die man so schnell nicht abschütteln kann.
Die Handlung startet mit einer überraschenden Erbschaft: Nathalie erbt plötzlich das Cottage eines Mannes, den sie nie zuvor gesehen hat. Was nach gemütlicher Landliebe klingt, entpuppt sich bald als Knoten aus verschwiegenen Geheimnissen und Zweifeln, bei dem die verstorbene Tante Henrietta mehr wusste, als sie verraten wollte. Zusammen mit Louise, der scharfsinnigen Köchin mit Agentinnen-Vergangenheit, macht sich Nathalie an die Aufklärung – und ich musste mich wirklich zurückhalten, um nicht sofort in die nächste Folge zu springen.
Die beiden Hauptfiguren sind herrlich überzeugend. Nathalie ist kein Superheld, sondern eine sympathische, manchmal etwas unsichere Frau, deren Wachsen in der neuen Rolle einem schnell ans Herz wächst. Louise bringt eine wunderbare Mischung aus Witz, Gelassenheit und cleverem Spürsinn ins Spiel, die der Geschichte ordentlich Pepp verleiht. Ellen Barksdale schreibt locker, flüssig und mit genug Humor, um auch trübere Momente angenehm aufzulockern. Man fühlt sich fast, als säße man selbst gemütlich im Café „Black Feather“ und würde den lokalen Klatsch in sich aufsaugen.
Klar, manchmal schleicht sich der Eindruck ein, dass die Fälle ein bisschen zu glatt lösbar wirken – ein bisschen mehr unvorhersehbare Wendungen hätten dem Ganzen gut getan. Außerdem sind die Dorfbewohner mit ihren Eigenarten manchmal ein wenig stereotyp, aber gerade das gehört irgendwie zum Charme dieser Reihe dazu. Wer also auf quietschbunte Charaktere steht, wird hier auf seine Kosten kommen.
Für alle, die britische Krimis mit einer Prise Cozy-Mystery, starken Frauenfiguren und hanebüchenen kleinen Dörfern lieben, ist diese Folge genau das Richtige. Nicht zu komplex, angenehm leicht und doch spannend genug, um einen Nachmittag im Nu zu verfliegen.
Fazit: Ein gemütlicher Krimi mit Herz, genug Rätselspaß und sympathischen Figuren für Fans des Genres. Perfekt, um mal abzuschalten – und sich trotzdem geistig zu fordern.
4 von 5 Sternen.