Madame le Commissaire und der tote Liebhaber: Isabelle Bonnet 6
Kritik
Kaum hat man sich vom Lavendelduft und dem summenden Zirpen der Zikaden in der Provence verzaubern lassen, wird man von einem schockierenden Mord mitten aus dem idyllischen Sommer gerissen. „Madame le Commissaire und der tote Liebhaber“ entführt uns in das verschlafene Städtchen Fragolin, das plötzlich alles andere als friedlich ist. Der Bürgermeister Thierry wird ermordet aufgefunden – ein Fall, der Kommissarin Isabelle Bonnet ganz persönlich trifft, denn obwohl das Paar längst getrennt war, sitzt der Verlust tief.
Pierre Martin versteht es, seinen Krimi mit einer angenehmen Leichtigkeit zu erzählen, die trotz des ernsten Themas nicht ins Schwere kippt. Isabelle ist eine starke, sympathische Hauptfigur, die mit ihrem Scharfsinn und ihrer Menschlichkeit sofort ins Herz schließt. Besonders gelungen sind die atmosphärischen Beschreibungen der Provence und der historischen Verweise auf Sanary-sur-Mer, die dem Thriller eine wunderbar tiefgründige Note verleihen, ohne durch zu viel Historie abzulenken.
Der Plot ist solide gestrickt, die Fährten sind clever gelegt, und die Spannung steigt angenehm dosiert – perfekt also für alle, die lieber gemütlich mitdenken, statt überfordert zu werden. Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Wendungen wirken zum Ende hin ein wenig vorhersehbar, und gelegentlich hätte ich mir noch einen Ticken mehr Tempo gewünscht, aber das schmälert den Lesespaß kaum.
Wer also Lust hat auf einen authentisch französischen Krimi mit Herz, der nicht nur die grauen Zellen anregt, sondern auch Urlaubsgefühle weckt, macht hier definitiv keinen Fehler. „Madame le Commissaire und der tote Liebhaber“ ist genau die richtige Mischung aus Spannung, Kultur und Emotion.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Dabei werden gerade jetzt die Fähigkeiten von Madame le Commissaire gebraucht, denn am Tatort gibt es keine brauchbaren Spuren. Und wer sollte schon einen Grund gehabt haben, den beliebten Bürgermeister zu ermorden? Ihre Nachforschungen führen Isabelle zum Tatort nach Sanary-sur-Mer, jenem Küstenort, in dem in den Dreißiger und Vierziger Jahren viele deutsche Künstler und Intellektuelle Zuflucht gefunden haben.
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