Im Takt des Todes
Kritik
Manchmal ist es genau diese Mischung aus Geheimnis, Emotion und einem Hauch Technik, die einen Roman sofort in den Bann zieht – „Im Takt des Todes“ liefert das auf ganzer Linie. Wir landen in Babbage Town, einem fast schon mythischen Ort, an dem kluge Köpfe an einer Maschine tüfteln, die jede Codierung knacken soll. Doch ausgerechnet hier wird einer der Wissenschaftler ermordet, und mitten im Chaos steht Viggie, die Tochter des Opfers, deren Autismus ihr ganz eigene Zugänge zur Wahrheit gibt.
Viggie ist kein typischer Ermittler, und genau das macht die Story so faszinierend. Ihre Verbindung zur Musik, vor allem das Klavierspiel als Antwort auf jede Frage, verleiht dem Buch eine eindringliche Tiefe. Benjamin Black schafft es, emotional glaubwürdige Figuren zu zeichnen, die ganz und gar nicht wie in einer stereotypen Krimiwelt wirken. Der Schreibstil ist klar, locker und nie zu verkopft – perfekt für alle, die Spannung lieben, ohne sich durch ellenlange Beschreibungen quälen zu müssen.
Was mir besonders gut gefallen hat? Die feine Balance zwischen Spannung und Gefühl. Du fieberst einerseits mit, wer denn nun der Täter sein könnte, aber gleichzeitig bekommst du auch einen Einblick in Viggies Innenwelt, der wirklich berührt. Ein kleines Manko: Manche Nebenhandlungen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Schwung vertragen können – ab und zu hakt der Rhythmus minimal, was aber den Lesefluss nicht wesentlich trübt.
Kurz gesagt: Wer Lust auf einen Tiefgang bringt, sich für Technik nicht abschrecken lässt und starke, authentische Figuren schätzt, wird hier gut unterhalten. „Im Takt des Todes“ ist eine spannende Lektüre mit Herz und Köpfchen – ideal für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa.
4 von 5 Sternen. Ein Buch zum Dranbleiben, das mehr als nur einen Thriller bietet.