Die Kinder des Wüstenplaneten
Kritik
Kaum hat man sich in die extreme Hitze und die staubigen Weiten des Wüstenplaneten eingefunden, da wird man direkt in ein politisches und emotionales Gewitter geworfen – genau das macht „Die Kinder des Wüstenplaneten“ von Frank Herbert so mitreißend. Die Geschichte setzt dort an, wo viele Fans sicher sehnsüchtig erwartet haben: Paul Atreides, der einstige Retter des Planeten Dune, ist verschwunden, und seine Schwester Alia übernimmt die Herrschaft. Doch ihr Regime wird immer rabiater, was die Kinder von Paul dazu bringt, sich gegen sie aufzulehnen. Klingt nach Machtspiel und Drama? Absolut – und das mit epischen Ausmaßen, die weit über den Planeten hinausreichen.
Die Charaktere sind komplex und mit Schwächen und Stärken gezeichnet, die man nicht einfach wegwischen kann. Alia zum Beispiel ist eine Figur, die polarisiert: Stark, furchtlos, aber auch beängstigend in ihrer Härte. Die Kinder von Paul bringen zusätzlichen frischen Wind und machen die Geschichte zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit Loyalität, Herrschaft und menschlichen Abgründen. Frank Herberts Schreibstil ist dabei gewohnt dicht, aber nie langweilig – im Gegenteil: der neue Übersetzer Jakob Schmidt schafft es, die Atmosphäre des Buchs wunderbar einzufangen, sodass man sofort das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu stecken.
Ganz ehrlich, die Mischung aus politischem Intrigenspiel und tiefgründiger Charakterzeichnung hat mich gepackt. Einziger Kritikpunkt? Man muss schon Geduld mitbringen, denn die Welt von Dune ist komplex und manchmal entwirrt sich die Handlung etwas gemächlicher, als man es von schneller Action gewohnt ist. Wer allerdings keine Lust auf oberflächliche Science-Fiction hat, sondern etwas, das auch zum Nachdenken anregt, ist hier goldrichtig.
„Die Kinder des Wüstenplaneten“ ist ein Muss für alle, die das Universum von Dune lieben und sich gerne in vielschichtige Figuren und große Themen stürzen – und das Ganze in einer großartigen neuen Übersetzung erleben wollen. Für mich ein beeindruckender Beitrag, der den Mythos rund um den Wüstenplaneten würdig weiterführt.
Vier von fünf Sternen – weil’s spannend, tiefgründig und ein bisschen herausfordernd ist, aber genau das macht den Reiz aus!
Klappentext
Frank Herberts "Wüstenplanet"-Romane, das erfolgreichste Science-Fiction-Epos aller Zeiten, in der neuen Übersetzung von Jakob Schmidt. Und sind die Romane zum großen Filmepos "Dune" von Denis Villeneuve.
Ungekürzte Lesung mit Mark Bremer, Uta Dänekamp
19h 10min