Mord und Espresso
Kritik
Mord und Espresso von Elizabeth Horn: Leichter Krimi-Kick am Gardasee
Schon beim ersten Satz fühlte ich mich direkt in die italienische Sonne versetzt – und das mitten in einem spannenden Krimi! „Mord und Espresso“ bringt genau die richtige Mischung aus gemütlicher Urlaubsstimmung, Rätselspannung und sympathischen Figuren, die man einfach gern um sich hat.
Worum geht’s? Commissario Angelotti und seine lebensfrohe Partnerin Carlotta werden in ihrem dritten Fall mit einer ziemlich ungewöhnlichen Szenerie konfrontiert: Ein Toter treibt in einem Ruderboot auf dem Gardasee – direkt vor der Nase eines Luxushotels, das gerade eine Krise durchmacht. Während für Angelotti die Arbeit an erster Stelle steht, ist Carlotta ganz persönlich involviert, da ihre Freundin Melina plötzlich zur Hauptverdächtigen wird. Dass Charlotte sich da aus dem Fall ihres Lebensgefährten heraushalten möchte, wird zur echten Herausforderung. Charmant, lebendig und mit einem guten Schuss italienischem Flair erzählt Elizabeth Horn eine Geschichte, die so spannend wie unterhaltsam ist.
Die Figuren? Absolut liebenswert! Angelotti ist ein Typ, bei dem man sofort mitermitteln möchte – bodenständig, clever und manchmal eben auch ein bisschen menschlich unperfekt. Carlotta bringt mit ihrem Mut und Witz eine wunderbare Dynamik rein, die das Lesen zum Vergnügen macht. Der Schreibstil ist unkompliziert, flüssig und gespickt mit kleinen humorvollen Momenten, die das Tempo locker halten, ohne aufgesetzt zu wirken.
Was hat mir besonders gefallen? Der Gardasee als malerische Kulisse ist fast ein eigener Charakter und schafft diese perfekte Urlaubskrimi-Atmosphäre. Man fühlt sich, als säße man selbst mit einem Espresso an der Uferpromenade und würde dem Commissario über die Schulter schauen. Die Balance zwischen Spannung und Leichtigkeit stimmt hier einfach.
Kritik? Manchmal ging mir die ein oder andere Wendung etwas zu schnell – ein bisschen mehr Tiefe in der Motivsuche hätte ich mir gewünscht. Auch die Nebenfiguren bleiben stellenweise recht blass, aber das stört den Lesefluss kaum.
Fazit: Wer Lust auf einen charmanten, gut erzählten Krimi mit italienischem Flair hat, der neben Spannung auch eine Portion Herz und Humor liefert, ist bei „Mord und Espresso“ genau richtig. Es ist keine hochkomplexe Thrillerkost, sondern ein gemütliches Lesevergnügen für alle, die das Flair des Gardasees lieben und sich gern auf sympathische Ermittler einlassen.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – ein leckerer Krimi-Cappuccino mit Extra-Schaum am Schluss!